DLL an der Gesamthochschule Siegen:
Unser Wahlprogramm in Kürze
1. Wir treten an, damit der rechte AStA abtreten muss
Wir wollen wieder einen kompetenten AStA, der sich
statt um Hochschul-Sponsoring, Rektor-Walenta-in-den-Arsch-kriechen und
ähnlich dubiose Aktivitäten wieder um seine eigentlichen Aufgaben
kümmert: die Interessen der Studierenden vertreten und die Studierenden
kompetent beraten.
- Das heißt beispielsweise, wieder eine funktionsfähige
BAföG- und Sozialberatung zu schaffen, die individuell auf die Probleme
der Studierenden eingeht, statt Broschüren der Bundesregierung zu
verteilen und Sozial-Infos anderer ASten fehlerhaft abzukupfern.
- Wir wollen die Kollegialstruktur im AStA wieder einführen;
es soll keinen omnipotenten Vorsitzenden und mehrere FachidiotInnen im
AStA und Verkaufsangestellte im Service-Bereich mehr geben.
- Wir wollen einen AStA, der Koordination und Information
ernst nimmt, indem er Gesamtvollversammlungen abhält und mit der Autonomen
Fachschaftenkoordination (AFSK) zusammenarbeitet. Wir wollen keinen AStA,
der Fachschaften, AFSK und Autonomen Referaten in ihre Arbeit pfuscht.
2. Wir treten an, damit sich wieder was bewegt
Demokratie heißt auch Offenheit, Toleranz und
Minderheitenschutz. Ein demokratischer AStA muss die Autonomen Referate,
in denen sich Benachteiligte, Minderheiten oder Kulturinteressierte eine
selbstständige und eigenverantwortliche Organisationsform gegeben
haben, unterstützen.
Demokratie heißt nicht, markige PR-Sprüche
zu klopfen oder eine „neue Kultur des Dialogs" zu propagieren.
- Demokratie heißt, Miteinander zu organisieren.
Demokratische Mitwirkungsrechte umzusetzen heißt nicht, auf Albert
Walentas Stimmverhalten im Senat zu schielen, um ein paar lobende Worte
fürs Wohlverhalten der studentischen VertreterInnen einzuheimsen.
- Vielmehr sollte die Arbeit der studentischen VertreterInnen
in Senat und Konvent koordiniert werden, indem sie mit dem Studierendenparlament
und AFSK zusammenarbeiten.
- Und schließlich wollen wir keine Priorität
von Repräsentationsaufgaben im AStA, sondern eine bildungspolitische
Offensive, die an den Erfahrungen mit dem letztjährigen Studi-Streik
ebenso anknüpft wie sie neue Gestaltungsfelder wie etwa den Entwurf
eines Hochschulgesetzes für NRW oder die Reform der Ausbildungsförderung
aufgreift.
3. Wir treten an, damit der Karren wieder aus dem
Dreck gezogen wird
Die DLL wird Ende 1999 zehn Jahre alt. Die ULEI
gibt es schon etwas länger, trotzdem sind wir die zweitälteste
parteiunabhängige Liste, die an dieser Hochschule aktiv ist. Während
unserer knapp zehnjährigen Existenz haben wir sechsmal den AStA gestellt:
1989, 1990, 1994, 1995, 1996 und 1997. Aus dieser Erfahrung heraus fühlen
wir uns verpflichtet, wieder anzutreten und um euer Vertrauen zu werben.
Episoden mit liberalen, grünen, Juso- und
RCDS-Hochschulgruppen hat es immer wieder mal gegeben; diese Listen sind
aber auch immer wieder in der Versenkung verschwunden. In der Regel aber
erst, nachdem sie den AStA und den Haushalt der Studierendenschaft vor
die Wand gefahren haben:
- 1989 mussten DLL und ULE (heute ULEI) das Finanzchaos
eines AStAs beseitigen, der von Grünen und Jusos gestellt wurde.
- 1994 wurden wir, obwohl Minderheitsfraktion im Studierendenparlament,
wieder in den AStA gewählt, um den völligen Kollaps zu verhindern.
Vorher war die bürgerlich-alternative AStA zusammengebrochen; die
ReferentInnen kassierten zwar noch ihre Aufwandsentschädigung, waren
aber nicht mehr im Büro anzutreffen. Weil kein Mensch die Kopierer
mehr aufgefüllt hatte, wurde der Studierendenschaft die Betreuung
der Bibliothekskopierer entzogen. Folge: erhebliche Einnahmeausfälle
im Kopierbereich, die Studierenden müssen seitdem mit zwei Kopierkarten
in der Tasche herumrennen und auf den Schrottmöhren in der UB kopieren.
- 1998 übernahmen dann RCDS, LHG und „Abakus" den
AStA. Zwischenbilanz: ein wirtschaftlich potentiell gefährlicher Langzeitvertrag
mit der Krombacher Brauerei ohne Segen des Studierendenparlaments. Abwürgen
allen nicht genehmen studentischen Engagements durch die Torpedierung der
Autonomen Referate. Behinderung von Fachschaftsarbeit. Keine fristgerechte
Vorlage von Quartals- und Monatsberich-ten über die finanzielle Situation.
Fehlinformationen durch das Sozialreferat, die für betroffene Studierende
fatale Folgen haben können. Völlige Vernachlässigung von
Hochschul- und Sozialpolitik. Einknicken gegenüber der Firma „HWS",
die sich am liebsten sämtlicher Aushangbretter und -flächen bemächtigen
würde. Ob der Haushalt für das nächste Jahr formgerecht
beschlossen wurde, ist mehr als fraglich. Ende: offen, Aussichten: trübe.
Wenn ihr RCDS und Konsorten nicht abwählt.
Schluss mit lustig: Rote Karte – gegen rechts.
Wahlen zum 27. Studierendenparlament und zu den Fachschaftsräten der Gesamthochschule
Siegen vom 18. bis 22. Januar 1999
DLL – Deine Lieblings-Liste. Die Linken an der Gesamthochschule Siegen
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