Die Befürchtung von AStA und verschiedenen Fachschaftsräten der Gesamthochschule Siegen, mit der Wahl von Albert H. Walenta (Fachbereich Physik) zum neuen Rektor werde sich die Polarisierung an der Hochschule verschärfen, ist offenbar eingetroffen. Jedenfalls scheint sich die Auseinandersetzung zwischen den Walenta-Befürwortern und denjenigen, die seine Kandidatur seinerzeit ablehnten, zuzuspitzen.
Der Senat hat in seiner Sitzung vom 23. Juni mit einer Ausnahme die von Prof. Walenta vorgeschlagenen KandidatInnen zum Amt des/der Prorektors/in scheitern lassen. Lediglich Manfred Grauer aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften wurde dem Konvent zur Wahl vorgeschlagen; die Bewerbungen von Berthold Stötzel (FB Erziehungswissenschaft) und Monika Lindlohr aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen scheiterten. Herr Stötzel erzielte lediglich 2 Ja-Stimmen bei 14 Nein und 4 Enthaltungen, Frau Lindlohrs Bewerbung blieb mit 6 Ja, 12 Nein und 2 Enthaltungen erfolglos.
Der Konvent hat es daraufhin am 1. Juli abgelehnt, lediglich Herrn Grauer zum Prorektor für Planung und Finanzen zu wählen. Die Wahl der ProrektorInnen wurde bis Oktober vertagt.
Der AStA schätzt auch weiterhin ein, daß es sich bei der Wahl von Herrn Walenta um eine unglückliche Entscheidung gehandelt hat. Bei ihm handelt es sich sicherlich nicht um eine integrative Person. Das von ihm zusammengestellte Rektoratsteam scheint zumindest teilweise das Vertrauen der Hochschulgremien nicht zu genießen. Es wird sich im Wintersemester 1997/98 zeigen, ob es Herrn Walenta gelingt, tragfähige KandidatInnen, die zur Zusammenarbeit mit ihm bereit sind, zu finden. Der AStA hält dieses Unterfangen angesichts der aufgezeigten Spaltung, die quer durch die Hochschule verläuft, für schwierig.