In der Nacht von Sonntag auf Montag dieser Woche wurde in Siegen ein Brandanschlag auf das VEB Politik, Kunst & Unterhaltung an der Marienborner Straße verübt, eine Nacht später landete ein weiterer Brandsatz im Lager eines arabischen Lebensmittelladens in der unmittelbaren Nachbarschaft. Nur durch glückliche Umstände entstand kein größerer Schaden an den Räumlichkeiten des VEB; daß der Brandsatz mit einem elektrischen Zeitzünder versehen war, zeigt aber auch, daß es sich nicht um eine spontane Aktion gehandelt hat.
Die Tatsache, daß kurz hintereinander ein linkes Zentrum und ein "ausländisches" Geschäft angegriffen wurden, legt den Schluß nahe, daß die heimische Neonazi-Szene verantwortlich ist. Dafür spricht auch, daß der VEB-Anschlag einige Stunden nach der Gedenkveranstaltung zum 59. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November verübt wurde, daß zwei Tage vorher ein antifaschistischer SchülerInnenkongreß unter Beteiligung des VEB stattfand, und daß gegen Teile der rechtsradikalen Fanszene der Sportfreunde Siegen am Sonntag ein Stadionverbot verhängt wurde.
Damit wurde auch der Hinweis von NRW-Innenminister Kniola in der vergangenen Woche untermauert, daß im Sauer- und Siegerländer Raum mit der "Sauerländer Aktionsfront" (SAF) die derzeit größte und gefährlichste Neonazi-Vereinigung im Land aktiv ist.
Auch an der Hochschule gibt es seit mehreren Jahren rassistische und antisemitische Schmierereien auf Toiletten und Pfeilern, immer wieder tauchen Aufkleber von "Republikanern" und DVU auf.
Wenn ihr Informationen habt, ruft das Antifa-Telefon an: 0271/22455.
Werdet aktiv gegen Nazi-Terror!