Die fast täglich eingehenden Anfragen, auch von Journalistinnen und Journalisten, veranlassen den AStA der Gesamthochschule Siegen, die folgende Presseerklärung abzugeben.
An der hiesigen Hochschule wird derzeit (noch) nicht gestreikt. Der AStA bereitet jedoch studentische Aktionen vor. Dazu hat gestern eine Sitzung der Autonomen Fachschaftenkoordination, in der Fachschaftsräte, Autonome Referate, AStA und interessierte Studierende vertreten sind, stattgefunden. Im Anschluß an die mit etwa 80 TeilnehmerInnen außerordentlich gut besuchte Tagung wurden Arbeitsgruppen eingesetzt, die an einer Kampagne arbeiten. Zahlreiche Siegener StudentInnen beteiligten sich heute an der bundesweiten Kundgebung in Bonn. Über die Ausrichtung und den Verlauf von Protestaktionen wird eine Gesamtvollversammlung beschließen, die für Mittwoch, den 3. Dezember, 12.00 Uhr im Mensa-Foyer anberaumt ist.
Der AStA betont, daß er die inhaltliche Füllung des Protests für zentral hält. Auf den Zug der Aktionen in der BRD springen nämlich in diesen Tagen Figuren aus Politik und Wirtschaft auf, die den Protest der Studierenden für eigene Zwecke instrumentalisieren wollen.
Für bedenklich halten wir es, wenn Bundesbildungsminister Jürgen Rüttgers sich mit den Streikenden solidarisieren kann, ohne daß sich dagegen Widerspruch regt. Auf Herrn Rüttgers Konto gehen sowohl die jüngste Reform des Hochschulrahmengesetzes, die zu verschärften Studienbedingungen führen wird (eine Gesetzesnovelle übrigens, die den Verzicht auf Studiengebühren nicht festschreibt), als auch der völlige Rückzug des Bundes aus der Finanzierung des Hochschulbaus. Das Haus Rüttgers hat dafür gesorgt, daß nur 14 % aller Studierenden in der BRD Ausbildungsförderung nach dem BAföG erhalten. Der Bundesbildungsminister steht für eine Politik, die den Hochschulen nur noch die Funktion der Mängelverwaltung zugesteht.
Wenn die Aktionen an den Hochschulen in einem Atemzug mit dem Ruf von Arbeitgeberpräsident Hundt nach Studiengebühren genannt werden können, so muß der AStA der GH Siegen dringend davor warnen, ohne fundierte inhaltliche Basis dem Aktionismus freien Lauf zu lassen.
Zentrale Forderungen des Siegener AStA sind:
Mit diesen Inhalten können wir Aktionen durchführen. Ohne Inhalte sind Proteste und Streiks sinnlos. Blinden Aktionisten wird das Wort im Munde herumgedreht, wie die Reaktionen der letzten Tage beweisen.