Aufruf zur roten 1.-Mai-Demonstration 1995

Vor 50 Jahren beendeten die alliierten Truppen den zweiten Weltkrieg und befreiten Deutschland von der faschistischen Diktatur. 50 Jahre später stehen out-of-area- Einsätze der Bundeswehr ebenso auf der Tagesordnung der Bundesregierung wie die deutsche Vorherrschaft in einem vereinten Europa.

Dabei ist Geschichte lästig, denn vielen Menschen ist berechtigterweise unwohl bei dem Gedanken an Deutschland. Die Bundesregierung benutzt das Jahr 1995, um sich der faschistischen Vergangenheit zu entledigen. Kranzniederlegungen, Shake-hands und Gedenkveranstaltungen sollen symbolisch die deutsche Geschichte entsorgen und den Weg für das neue Deutschland freimachen, getreu dem Motto:

"Hoppla, jetzt komm ich, und die Straße frei für mich..."

Die Straße soll frei sein für den Umbau der Gesellschaft in eine High-Tech-Republik, in der es scharfe Grenzen zwischen oben und unten gibt.

Komm auf die Straße, ...

Anpassung, Resignation und Angst sind die Reaktionen der Betroffenen. Widerstand regt sich wenig. Doch wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! Auch wenn es anscheinend wenig nutzt, wenn es schon wieder eine Demonstration ist und selbst wenn es regnet. Wir wollen Zeichen setzen; wollen zeigen, daß wir da sind und bereit sind um unser Recht zu kämpfen. Es geht darum der Geschichte, die die da oben schreiben wollen, unsere entgegenzuhalten, unsere hier unten mit unseren Feiertagen und unseren Zeichen.

Heraus zum roten 1. Mai!