Wahlprogramm kurz

"Was mir aufgefallen ist, ist, daß es im Straßenbild extrem viele Menschen gibt, die total in sich gekehrt irgendwo sitzen und sich völlig vereinzelt, trostlos und verloren durch die Gegend bewegen." (Irmgard Möller)

Die Hochschule ist kein Ort abseits gesellschaftlicher Zustände. Sie hat sogar entscheidenden Anteil an der Legitimation und Reproduktion eben dieser Zustände. Die DLL versteht sich als ein Zusammenhang von Männern und Frauen, der versucht, eine Kritik an Gesellschaft und Hochschule zu formulieren und eine alternative Praxis zu entwickeln. Grundlage dieser Politik sind Antirassismus, Antisexismus und Antiimperialismus.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse lassen aber eine konsequente Umsetzung dieser Politik weniger denn je zu. Die fortschrittlichen Kräfte sind in der Defensive.

Deshalb betreibt die DLL seit ihrer Gründung eine Politik, die auf der einen Seite versucht, radikalen Ansprüchen gerecht zu werden und diese zu gesellschaftlich verbindlichen Werten zu machen.

Auf der anderen Seite verstehen wir uns als konsequente InteressenvertreterInnen der Studierenden, deren berechtigte Ansprüche durchzusetzen Sache der verfassten Studierendenschaft ist.

Diesen schwierigen Spagat zwischen politischer Richtungsorganisation und Interessenvertretungsanspruch gemeistert zu haben, ist wohl die zentrale Leistung der DLL seit 1989.

"Wir stimmen gegen dieses Gesetz, aber wir werden die Ersten sein, die es zu verteidigen haben." (Max Reimann)

Die DLL ist seit nunmehr fünf Jahren im StudentInnenparlament vertreten. Damit sind wir mit den KollegInnen von ULEI und LUMA die einzige Liste im fortschrittlichen Spektrum, die kontinuierlich in diesem Parlament gearbeitet hat. Wir haben die beiden Streikbewegungen 88/89 und 93/94 mitgetragen, die Selbständigkeit der autonomen Referate wurde von uns erfolgreich verteidigt, die vorgenommene Änderung der Wahlordnung zugunsten der kleinen Fachbereiche war unser Anliegen, die Mittel für Frauenpolitik wurden um etwa 400% angehoben und last not least ist das Semesterticket auch aufgrund unserer Arbeit (Verhandlungen mit der Verwaltung und Absicherung der juristischen Grundlagen), obwohl wir nicht den AStA stellten, eingeführt worden.

"Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt..." (J.R. Becher)

Im Februar 1994 übernahm die DLL zusammen mit den Listen LUMA, ULEI und UL-AES die Geschäfte des AStA. Die Arbeit war, und ist teilweise immer noch, davon geprägt, die Altlasten aus vier Jahren Mißwirtschaft abzuwickeln. Trotzdem ist es in diesem Jahr gelungen, die Dienstleistungen des AStA auszubauen. Die Sozialberatung wurde personell erweitert, ein Sozial-Info wurde erstellt. Das Finanzgebaren vergangener Jahre wurde transparent gemacht und eine Konsolidierung eingeleitet. Die Kontakte zu Fachschaften bzw. autonomen Referaten, Rektorat, Hochschulverwaltung, StudentInnenwerk, Stadt und VWS bzw. DB wurden reaktiviert und ausgebaut. Desweiteren wurde eine Veranstaltung mit Gregor Gysi angeboten und eine ESE-Party mit 1500 BesucherInnen durchgeführt. Von DB und VWS geplante Preiserhöhungen des Semestertickets wurden abgewehrt. Die Verhandlungen mit dem Rektorat über eine Rückgabe der Bibliothekskopierer an den AStA stehen kurz vor dem Abschluß. (Dann gibt es wieder einheitliche Kopierkarten.) Wir haben zusammen mit dem FSR 9 weiter dafür gesorgt, daß das Thema "Integration" nicht vom Tisch ist. Bildungspolitisch haben wir uns im Rahmen von Veranstaltungen des Wissenschaftsministeriums und des LandesASten-Treffen informiert und eingemischt.

Das alles und noch viel mehr...! Wir wollen für Euch weitermachen. Dazu brauchen wir Eure Stimmen.