Die DLL an der Gesamthochschule Siegen hat ihre Wurzeln im legendären Streiksemester im Frühjahr 89. Dort fanden sich Leute aus unterschiedlichsten linken Spektren, organisierten viele Aktionen in und um die Hochschule. Der Streik fand im Herbst 89 ein ähnliches Ende wie der des letzten Winters. Mit einem entscheidenden Unterschied: die Menschen, die damals Politik machten, sind seitdem aktiv geblieben.
Zu den Wahlen im Dezember 89 gründeten diese Menschen eine neue Liste: Deine Lieblings Liste - DLL. Sie gewann bei den Wahlen auf Anhieb die Mehrheit im StudentInnenparlament und stellte zusammen mit der ULE (heute ULEI) den AStA bis Oktober 90.
Nach dem AStA-Sturz verlagerte die DLL die Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit weg von StuPa und AStA in die Fachschaftsräte, autonomen Referate und die Stadt. Die damalige Trotzhaltung hat sich inzwischen in ein grundsätzliches Politikverständnis gewandelt. Die Einbindung der Politik an der Hochschule in ein allgemeinpolitisches Gesamtkonzept unterscheidet uns maßgeblich von anderen Listen. So ist die DLL als einzige parteiunabhängige StuPa-Liste auch in der Region bekannt.
Seit Februar 94 stellen wir wieder den AStA, zusammen mit ULEI, LUMA (jetzt LUMBA) und UL-AES. Und das soll auch so bleiben!
Viele von uns sind schon lange in Gremien und Organen der Verfaßten StudentInnenschaft aktiv. Diese Arbeit bringt zwar wenig Ruhm ein, sichert aber die ständige Vernetzung mit der StudentInnenschaft und das Wissen um die aktuellen Probleme. So war dies gerade in Zeiten des Kampfs um die Erhaltung der autonomen Referate, aber auch heute noch ein wichtiges Arbeitsfeld. Nach dem AStA-Sturz war die Wiedereinrichtung einer funktionierenden Koordination der Fachschaften und autonomen Referate, der AFSK, erstes Anliegen. Sie hat mit dazu beigetragen, daß die Stimme der FSR und AR heute auch im StuPa politisches Gewicht besitzt.
Die Technics der Arbeit im StuPa, den Fachschaftsräten und autonomen Referaten, die Beratung, die Erstsemester-Einführungen, die Selbstbewirtschaftung, Feten, Arbeit gegen Eckdatenverordnungen, Umzugspläne und vieles, vieles mehr sind sowieso Bestandteil der täglichen Arbeit.
Außerhalb der Hochschule hat die DLL Kontakte zu den verschiedensten stadtweiten Bündnissen (AGAR), städtischen Einrichtungen (VEB, Siegerland Kolleg) und Initiativen (SJD - Die Falken, Flüchtlingshilfe Siegen). Dabei stehen kontinuierliche personelle Mitarbeit sowie die Zurverfügungstellung von an der Hochschule vorhandener Logistik im Mittelpunkt.
Die gesellschaftlichen Umwälzungen der Jahre 89/90 führten auch bei dem von DLL und ULE getragenen AStA zu einem erhöhten Diskussionsbedarf. Es ging um Fragen des wieder offensiver auftretenden Neofaschismus, des neuen "Großdeutschland", der Ökologie und Fragen des studentischen Wohnens. An diesen Fragen scherten Einzelpersonen aus dem Zusammenhang aus und ermöglichten es einem Block aus Grün-Alternativen und Konservativ-Liberalen (tja, das gab es damals schon!) den mißliebigen AStA abzusetzen. Die Ablehnung eines DLL-AStA war dann auch in den kommenden vier Jahren einziges, einigendes Moment. Die Interims-Asten überstanden selten eine Amtsperiode und leisteten weder politische noch sonst eine Arbeit, was dazu führte, daß nacheinander die StudentInnenzeitung BASTA! eingestellt wurde, der Streik des letzten Wintersemesters quasi ohne AStA-Beteiligung durchgeführt wurde, die Bibliothekskopierer an die Hochschulverwaltung gingen und ihr jetzt verschiedene Copy-Karten kaufen müßt. Der AStA rutschte in die politische Bedeutungslosigkeit.
Dagegen steht die historische Rolle des AStA, dem ausführenden Organ des StuPa: er ist als logistische Zentrale der StudentInnenschaft nach wie vor notwendig. Mit dieser Konzeption stellen wir seit Februar letzten Jahres einen Minderheits-AStA. Den Imageverlust, den die Organe der StudentInnenschaft in 4 Jahren Interim nahmen, konnten wir in dem knappen Jahr seither noch nicht ganz wiedergutmachen.
Die Hochschule ist kein Ort abseits gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern hat entscheidenden Anteil an der Legitimation und Reproduktion eben dieser. Die DLL formuliert eine Kritik an Gesellschaft und Hochschule und versucht eine alternative Praxis zu entwickeln. Grundlage dieser Politik sind Antirassismus, Antisexismus und Antiimperialismus. Die gesellschaftlichen Verhältnisse lassen aber eine radikale Umsetzung dieser Politik weniger denn je zu. Die fortschrittlichen Kräfte sind in der Defensive.
Deshalb betreibt die DLL seit ihrer Gründung eine Politik, die auf der einen Seite versucht, radikalen Ansprüchen gerecht zu werden und diese zu gesellschaftlich verbindlichen Werten zu machen. Wir könnten auch von kultureller Hegemonie reden. Auf der anderen Seite verstehen wir uns als konsequente InteressenvertreterInnen der Studierenden, deren berechtigte Ansprüche durchzusetzen Sache der verfaßten Studierendenschaft ist.
Die Dialektik zwischen politischer Richtungsorganisation und Interessenvertretungsanspruch erkannt zu haben und an der Synthese zu arbeiten, ist wohl die zentrale Leistung der DLL seit 89.
Unimut - forensische Linguistik - Gegenöffentlichkeit - Gesundheitsreform - Hochschulsport - Verkehrspolitik - Wohnungsnot - Verfaßte StudentInnenschaft - Anti-Faschismus an der Hochschule - Schöne neue Welt des Telefonierens - Totalverweigerung des Kriegsdienstes - Nie wieder Deutschland - Studentischer Dachverband VDS - Paragraph 218 - Studieren als Lebensform - Autonome Referate - Rassismus im wiedervereinigten Deutschland - Krise des Bildungssystems - Multikulturalismus - Studentischer Dachverband fzs - Semesterticket - Kurdistan - Out-of-Area Einsätze - Studiendeform - Anti-Imperialismus - Hochschule in der Region - Arbeitsgesellschaft.
Das ist eine kleine Liste von Überschriften (ohne Wiederholungen) zu deren Themen gearbeitet wurde. Die Texte dazu füllen einen Ordner, die Arbeit besagte fünf Jahre.
Seit einigen Jahren gibt es regelmäßige Aktionen in Siegen, an denen wir uns beteiligen oder die wir organisieren. Dazu gehören die Gedenkstunde am 9. November, eine AntiFa-Demo im November, die große Veranstaltung am 1.Mai und die Gedenkstunde zum 8. Mai. In diesem Jahr werden zusätzlich Veranstaltungen anläßlich der Zerschlagung des faschistischen Deutschland stattfinden. Den Aktionen in der Stadt stehen solche an der Hochschule zur Seite, wie zum Beispiel die Veranstaltung zum D-Day, die Diskussionsveranstaltung mit Gregor Gysi im Audimax und regelmäßige Bücher- und Infostände. Gleichzeitig gibt es mit der alljährlichen Sommerschule im VEB einen Ort des theoretischen Diskurses, im letzten Jahr beispielsweise zu Antiimperialismus.
Die Einbindung der Hochschule in die Region wird von offizieller Seite zwar oft beschworen, schlägt sich aber zumeist bloß in elitären Empfängen für Vertreter aus Wirtschaft und Verbänden nieder. Kontakt zu den Menschen kommt so kaum zustande. Die DLL versucht dagegen auch Aktionen zu spezifischen Themen für ein breites Publikum anzulegen. Dazu gehört eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit - gerade außerhalb - sowie Veranstaltungsorte inner- und außerhalb der Hochschule.
Das AStA-Büro war praktisch ganztägig geöffnet und somit immer für die verschiedensten studentischen Initiativen nutzbar. Hier nur ein Beispiel, das anders nicht hätte realisiert werden können: Der Reader "Rechtsextremismus im Siegerland".
Die AStA-Sozialberatung war täglich erreichbar. Der AStA hat ein BAFöG-Infoheft für StudentInnen erstellt. Außerdem wurden mehrere hundert Semesterticket-Härtefallanträge bearbeitet.
Der Shop war ständig fünf Stunden täglich offen.
Die Kopierer wurden durch modernere Geräte ersetzt und mehrmals täglich kontrolliert und aufgefüllt.
Zum Rektorat und zur Hochschulverwaltung wurden intensive Kontakte neu aufgebaut. Es finden monatliche Koordinationsgespräche mit dem Rektor statt, die auch die Fachschaften gern nutzen.
Der AStA hat regelmäßig an Landes-ASten-Treffen teilgenommen und damit für einen raschen Informationsfluß gesorgt.
Die Fachschaften und autonomen Referate wurden gezielt mit Informationen versorgt, und die Vertretung studentischer Interessen in den verschiedenen Gremien der akademischen Selbstverwaltung wurde wirksam koordiniert.
Die Forderungen von VWS und Bahn nach einer Preiserhöhung beim Semesterticket um 25,- DM wurden praktisch restlos abgewehrt.
Mit der Durchführung der großen ESE-Fete hat der AStA die Möglichkeit geschaffen, erstmals seit den 80er Jahren wieder studentische Feten im Audimax durchzuführen.
Auf Einladung des AStA hat Gregor Gysi (MdB) im brechend vollen Audimax der GH Siegen gesprochen.
Bei der Fachtagung "Hochschuldialog" mit Wissenschaftsministerin und Gästen aus ganz NRW im Audimax der GH Siegen hat der AStA bildungspolitische Akzente gesetzt.
Nach Aussage der Wissenschaftsministerin von NRW wäre ohne das Engagement von AStA und FSR 9 das Thema "Integration der Fachbereiche 9 und 10" inzwischen endgültig vom Tisch.
Die Verhandlungen mit dem Rektorat über die Rückgabe der Bibliothekskopierer an die StudentInnenschaft stehen kurz vor dem Abschluß. Wollt Ihr wieder einheitliche Kopierkarten?
Seit zwei Jahren haben wir in Siegen ein Semesterticket (ST) und demnächst werden wohl die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung beginnen. Der feste Stamm von Bahn- und BusbenutzerInnen hat sich in dieser Zeit fast verdoppelt, soll heißen an jedem Vorlesungstag kommen vierzig Prozent der Studis mittels öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) zur Hochschule. Das ist Umweltschutz pur, denn wieviel Benzin da pro Tag gespart wird, kann sich jedeR ausmalen. Mit Ökologie könnte es auch was zu tun haben, wenn da ein gesellschaftlicher Sinneswandel zu vermuten wäre und wenn da nicht spezielle Siegener Verhältnisse herrschten. Den Sinneswandel üben wir ja schon mal, obwohl das ST nicht als Wunsch unter den StudentInnen aufkam, sondern von wenigen Engagierten durchgesetzt und auch nur mäßig urabgestimmt wurde. Die Gewöhnung besorgt das weitere.
Die Siegener Verhälnisse sind wirklich speziell. Die hiesigen Verkehrsbetriebe erhalten von der Stadt zur Unterstützung des ÖPNVs hauptsächlich neue Parkhäuser und den Weiterbau der Stadtautobahn HTS, in der Regel gegen ebenso heftigen wie erfolglosen Widerstand der hier lebenden Menschen. Die Ähnlichkeit mit Verkehrskonzepten der frühen 70er Jahre ist ganz sicher zufällig. In der Konsequenz ist dann natürlich kein Geld mehr für Busspuren, Wartehäuschen, oder gar die Einrichtung neuer Linien da. Die Siegener Verkehrbetriebe mögen zwar in NRW am wirtschaftlichsten arbeiten, aber was das bedeutet weiß jedeR, die/der schon mal versucht hat nachts, oder nur wenig außerhalb Siegens Bus zu fahren. Für viele Menschen ist damit das ST höchstens theoretisch nutzbar. Anderswo hat sich derweil schon herumgesprochen, daß ein Zusammenhang zwischen der Attraktivität des ÖPNV und dem Aufkommen an motorisiertem Individualverkehr (MIV) besteht.
Mit irgendwelchen ökologischen Ansprüchen ist offensichtlich schon mal nichts. Bleibt der billige Einkauf des ST durch die Zwangsgemeinschaft Verfaßte StudentInnenschaft (VS), deren Organe immerhin die wirtschaftlichen und sozialen Belange wahrnehmen (sollen). Die Beschaffung einer Netzkarte für 14,- DM (84,- / 6) im Vergleich zu ca. 90,- DM im Monat ist sicher ein immenser wirtschaftlicher Vorteil. Es geht ja auch darum, wenn schon nicht jeden Tag zur Hochschule, dann doch ab und zu, oder auch nur wenn das Auto kaputt ist, es mal wieder regnet, statt mit dem Fahrrad eben Bus zu fahren.
Alles gut und schön und allein schon ausreichend für ein ST, wenn das nicht blanke ständische Politik wäre. Warum sollten StudentInnen fast umsonst, Arbeitslose, SozialhilfeempfängerInnen u.a. Menschen nur für teures Geld Mobilität erhalten. Der MIV wird immer noch mit tausenden von DM pro Nase und Jahr von uns allen bezuschußt. Diesen Zustand abzustellen und den ÖPNV auf- und auszubauen, müßte erstes Interesse der Gesellschaft sein, unterliegt aber meist nur dem guten Willen der Verwaltungen, in Siegen eben ganz ohne Subventionierung.
Das ST ist also wenig mehr als eine Institution, die der einen Hälfte Studis erlaubt, mit Hilfe der anderen schwer billig Bus zu fahren und den SozialhilfeempfängerInnen schon gar nicht. Von einer Vorreiterrolle für den ÖPNV, die das ST angeblich besitzt, ist weit und breit nichts zu sehen. Solange das so ist, werden wir das ST politisch ablehnen und es nicht zu einer festen Einrichtung machen, sondern jederzeit zur Disposition stellen. Auf der anderen Seite ist uns klar, daß jedeR StudentIn die/der im Umweltverbund (Fuß, Fahrad, ÖPNV) zur Hochschule kommt, eine wirkliche Erleichterung der Verkehrssituation in Siegen und ein Argument gegen weiteren Ausbau des MIV ist.
Das Dilemma läßt sich nur lösen, wenn das ST stets iim ökologischen Zusammenhang gesehen und nicht unreflektiert bejubelt oder abgelehnt wird. In den Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben und der Hochschule darf nicht eine unbedingte Fortsetzung, sondern muß ständige Angebotsverbesserung und -ausweitung Ziel sein. Umfassende Vergleiche zwischen ST, Jobticket für Hochschulangehörige, SchülerInnenkarten und normaler Netzkarte müssen öffentlich gezogen werden. Ebenso muß eine künftige Parkraumbewirtschaftung der Subventionierung des ÖPNV dienen, nicht der Füllung des Staatssäckels und damit dem MIV.
Bei allen grundsätzlichen Änderungen des ST-Vertrags muß selbstverständlich die Meinung der StudentInnen per Urabstimmung erfragt werden.
Wir sind wieder soweit, daß
Frauen zu Abtreibungen gezwungen werden, wenn der Verdacht auf ein behindertes Kind besteht, von den HERRschenden bestimmt wird, wer fortpflanzungswürdig ist und wer nicht,
Frauen zu reinen Gebärmaschinen degradiert werden.
Die unter einem humanistischen Deckmäntelchen angepriesene Gen- und Biotechnologie wird von Medien und den HERRschenden als "das Mittel gegen den Hunger in der Welt" hochstilisiert. Wir hören täglich, wie wichtig die Gentechnologie für uns ist. Verschwiegen werden bei dieser Glorifizierung nicht nur die Gerfahren von Genmanipulationen, sondern auch, daß die Forschungen inzwischen in ganz andere Richtungen gehen, die weitaus profitabler sind. Neben manipulierten Getreidesorten werden Menschen verkauft.
So werden Genproben bei Operationen entnommen und patentiert, ohne daß die PatientInnen etwas davon wissen. Erfahren sie etwas davon und versuchen sich zu wehren, wird von den Gerichten entschieden, daß kein Mensch ein Eigentumsrecht an seinen Genen hat, sondern nur der Arzt, der sie entdeckt und entnommen hat.
Es wird darauf hingearbeitet, die Verwertbarkeit eines Menschen so früh wie möglich festzustellen und im Bedarfsfall zu optimieren. So kann z.B. das Geschlecht eines Kindes "aus der Dose" 4 - 5 Tage nach der Befruchtung festgestellt werden. Schon jetzt können SChwangere in Deutschland Genberatungsstellen aufsuchen. Dort wird ihnen, falls der Fötus nicht den Auswahlkriterien entspricht, zur Abtreibung geraten. Kommen sie diesem Rat nicht nach können Krankenkassen und Versicherungen Zahlungen für die Behandlung eines "kranken" Kindes verweigern.
Es lebe die Volksgesundheit!
Daß die Frau zu einem beliebig austauschbaren Teil der Geburtsmaschinerie degradiert wird, zeigt sich besonders deutlich bei den sog. In-Vitro-Fertilisationen (Reagenzglasbefruchtungen). Ohne Rücksicht auf die Frauen setzt die große Koalition aus Wissenschaft, Industrie und Politik ihre Interessen durch.
Die SpenderInnen und Klientinnen müssen einen lückenlosen Lebenslauf mit Angabe aller Krankheiten, gesichertem Einkommen sowie einen "angemessenen" gesellschaftlichen Status (weiße Mittelschicht) nachweisen.um eine erfolgreiche Züchtung "hochwertigen" Nachwuchses zu gewährleisten. Aus diesem Material werden von den PrüferInnen Paarungen erstellt, die ihnen für ein Experiment interessant scheinen. In solchen Programmen ist es üblich, daß Frauen zur Abtreibung von Föten, die sich anders als geplant entwickeln, gezwungen werden.
Die gesundheitlichen Risiken, die bei diesem Verfahren auftauchen, werden bewußt verschwiegen und ignoriert. Allein bis 1988 mußte der Tod von 11 Frauen zugegeben werden, die durch die gescheiterten Versuche mit gesundheitsgefährender und psychisch schädigender Technologie der In-Vitro-Fertilisation verursacht wurden. Weitere Todesfälle, die durch die medikamentöse Behandlung erklärbar sind, werden von den Verantwortlichen und BefürworterInnen abgestritten.
Bezahlen müssen in jedem Fall die Frauen!
Ziel ist die Erweiterung der HERRschaft im gesamten Reproduktionsbereich. Das umschließt einerseits Abtreibungsverbote in den westlichen, reichen Industrieländern und andererseits (Zwangs-) Sterilisationskampagnen nicht nur in Trikontländern.
Das bedeutet natürlich auch, daß Schwangerschaften von Flüchtlingen, AusländerInnen usw. nicht erwünscht sind, da sie den rassistischen Zuchtkriterien nicht entsprechen. In diesem Sinne ist auch die Tatsache zu verstehen, daß Sozialhilfeempfängerinnen und andere "ausgewählte" Teile der weiblichen Bevölkerung Verhütungsmittel von Staat finanziert bekommen. Nicht um ihnen die finanzielle Situation zu erleichtern, sondern um sicher zu gehen, daß die Reproduktion nur in den von den HERRschenden gewünschten Teilen der Menschheit stattfindet.
Da es sich hier nicht um ein Schreckgespenst der Zukunft handelt, sondern wir bereits mittendrin sind, müssen wir endlich anfangen
- eine noch umfassendere Beherrschung von Frauen,
- die Erschließung, Aneignung, Verwertung und Vermarktung alles Lebendigen,
- die Herrstellung von Menschen nach den ökonomischen Interessen und Kriterien des Kapitals,
- die Vernichtung von nichtangepaßtem, nichtprofitablem Leben,
- die Erfassung und Kontrolle sozialen Lebens,
entschieden zu bekämpfen.
Keine Ausbeutung von Menschen durch Menschen!!!
Quellen:
Frauen gegen Gen- und Reproduktionstechnologien, Hrsg. Frauenoffensive
Kinder machen, Hrsg. Wiener Frauenverlag, Frauenvorschlag Band 6
Daß hat ja auch so ziemlich jedeR begriffen und studiert recht eifrig, um im feindlichen Leben, da draußen, zu bestehen und einen Job abzugeiern, der entsprechend Kohle verspricht. Die Einzigen, die es nicht so recht auf die Kette zu kriegen scheinen, sind die Macher von Studien- und Prüfungsordnungen, Hochschulrahmengesetzen und die vermeintlichen Bildungspolitiker, die auf vermehrte Zwischenprüfungen, Zwangsexmatrikulation und Verkürzung der Schulzeit setzen. Was diese Leute nicht realisiert haben, (Wahrscheinlich weil sie von alledem nichts merken!) sind die Umwälzungen, die es auf dem Arbeitsmarkt in den letzten 20 Jahren gegeben hat. Die ab 1974 einsetzende Massenarbeitslosigkeit und dem Trend zur Dienstleistungsgesellschaft eigentümliche Phänomene, wie einer höheren Zahl von FreiberuflerInnen und Teilzeitbeschäftigten, plus einem ungeheuren Wertewandelschub in Richtung Emanzipation haben dazu geführt, daß Arbeit nicht länger des Pudels Kern, des Lebens Sinn ist.
Das hat zunächst einmal den realen Hintergrund. daß viele Jobs nicht länger lebenslänglich sind (oder bedeuten!), daß viele Leute sich mit mehreren Jobs nebeneinander finanzieren müssen und das die klassischen Felder harten Broterwerbs, wie Industriearbeit oder Bürogehilfin (Gott, sei Dank) aussterben. Gleichzeitig heißt das aber auch, daß viel mehr Leute Zeit für sich und ihre Interessen haben. (Oh, Gott Hedon, gelobt sei`s und getrommelt!) Auch in dieser Zeit werden die Meisten in irgendeiner Form arbeiten, sei es als ChorleiterIn im Gesangsverein, TrainerIn der E-Jugend oder als HelferIn der AIDS-Beratung. Das ist zwar keine Lohnarbeit und dem Bruttosozialprodukt auch nicht weiter zuträglich, aber nichtsdestotrotz gesellschaftlich wertvoller als das Knechten in der Rüstungsfabrik.
Bildungspolitische Konsequenz aus diesem Szenario wäre ein Schwenk von abfragbarem Wissen, das eh in immer kürzeren Abständen überholt ist, hin zu einem Wissen, daß auf der einen Seite hohe kommunikative und soziale Kompetenzen vermittelt und auf der anderen Seite Methodenkenntnisse nahebringt, die den Prozeß lebenslangen Lernens erleichtern.
Das es die Notwendigkeit zu lebenslangem Lernen gibt, ist selbst in konservativen Kreisen unumstritten. Wo gelernt werden soll, ist die Streitfrage zwischen Denen und Uns. Die (Böse, natürlich!) meinen, daß die Schule quasi ausgedient hat und nur noch dazu nütze ist, Grundkenntnisse zu vermitteln. Das übrige Wissen wird sich schon irgendwie angeeignet oder in teuren, oft auch exklusiven Weiterbildungsmaßnahmen eingepaukt. Die Kritik (natürlich von Uns, den Guten) geht dahin, daß diese Konzeption außerordentlich unsozial ist. Dabei ist der ganze Bereich -Sonderförderung für vermeintlich "Hochbegabte"- und die Differenzierung der Studiengänge in unterschiedliche Qualitätsstufen bereits ausgeblendet. Unsozial ist es allein schon deshalb, weil sozial Schwache so gut wie keine Chance haben, sich auf einem weitgehend von privaten Anbietern dominierten Weiterbildungsmarkt zu qualifizieren. Eine weitere Schwäche der "konservativen" (weil, wenn es das ja mal noch wäre.) Vorschläge ist die Unkenntnis der Tatsache, daß sich Wissensbestände nicht austauschen lassen, sondern, daß sie weiter wachsen, und damit zunehmend komplexer werden, was wiederum höhere Anforderungen an diejenigen stellt, die sie durchdringen wollen. Und wer lernen muß, braucht auch mehr Zeit, basta. Deshalb hilft eine Studienzeitverkürzung überhaupt nichts. Im Gegenteil: Das Bildungssystem muß weiter ausgebaut und dabei umgebaut (s.o.) werden. Es muß sich weiter öffnen. Es muß die Chancen dazu geben, aus- und wieder einzusteigen,quer einzusteigen. Es muß die Chance geben, ein Leben lang zu lernen.Und das Beste: Bildung ist eine Investition in unsere Zukunft (das ist von der Deutschen Bank, oder so). Tja, dann mal her mit den Flocken. (Investitionen kosten nun mal was.) 1000 Mark Mindestsicherung, damit keineR mehr `rumjobben muß und wertvolle Zeit zum Lernen draufgeht, die uns die Bösen dann wieder auf`s Butterbrot schmieren, von wegen: StudentInnen würden angeblich deshalb so lange studieren, weil sie eh nur Sex, drugs und rock`n roll im Kopf hätten. Das kann doch überhaupt nicht sein.
DLL - für ein dekadent, laues Leben.
Die Alltäglichkeit ist wieder eingekehrt. Nach Hoyerswerda, Mölln, Rostock und Solingen herrscht in Deutsch-land die rassistische Nor-malität.
AusländerInnen werden angegriffen; Flüchtlinge werden stigmatisiert, inhaftiert, unter menschenunwürdigen Bedingungen auf Flughäfen interniert und letztendlich wieder in die Verhältnisse gestoßen, vor denen sie geflohen sind.. Schwule und Lesben werden auf offener Straße attackiert;
Behinderte werden ermordet;
AntifaschistInnen werden beobachtet, bedroht, verprügelt oder gar umgebracht. Von staatlicher Seite werden sie kriminalisiert.
Allen Gruppen, die jenseits einer vermeintlichen Normalität stehen, soll es ans Leder gehen.
Deshalb sind wir in die Offensive gegangen und haben im vergangenen Jahr mit verschiedenen, fortschrittlichen Initiativen aus der Stadt und der Hochschule das Projekt "Reader" gestartet. Ergebnis ist die Dokumentation "Rechtsextremismus im Siegerland", die vor allen Dingen die Bevölkerung der Region erreichen sollte, um zu zeigen, daß Rechts-extremismus und (Neo)-faschismus auch in der "Provinz voller Leben" ein Thema ist. Wir haben das Buch in verschiedenen regionalen Kulturzentren vorgestellt.
Antifaschismus als Reaktion auf den politischen Gegner ist die eine Seite der Medaille, auf der anderen steht die Veränderung der gesellschaftlichen Macht- und Unterdrückungsverhältnisse. Neben ökonomischen Strukturen sind Rassismus und Sexismus Stützen dieser Verhältnisse, die nicht nur knallharte materielle Ursachen, sondern auch soziale und psychologische haben. Deshalb beschränkt sich Rassismus nicht auf Randgruppen, sondern ist ein Teil gesellschaftlicher "Normalität".
"Es liegt an uns, an unserer Kraft, an unserer Ausdauer und Entschlossenheit, nicht den Rauch zu vertreiben, sondern die Feuerstelle selbst zu bekämpfen. Diese liegt nicht am Rand dieser Gesellschaft, sondern mittendrin." (l.u.p.u.s.-Gruppe)