AStA Allgemeiner Studentinnen- und Studentenausschuß
An den Rektor der Gesamthochschule Siegen
Herrn Prof. Dr. Sturm
Bezug: Koordinationsgespräch Rektorat - AStA am 12. Dezember 1994
Sehr geehrter Herr Sturm,
sehr geehrte Damen und Herren!
In den beiden letzten Jahren wurde die Aktivität studentischer Arbeitsgruppen in verschiedenen Bereichen ausgeweitet. Insbesondere werden neue Themenfelder bearbeitet, die für das Leben und Lernen an der Hochschule von Bedeutung sind. Es gibt inzwischen eine Reihe kontinuierlich arbeitender Gruppen, die dennoch über keine Büroräume verfügen. Auch das AStA-Büro ist dadurch vielfach überlastet, da mehrere dieser Gruppen regelmäßig hierhin ausweichen.
Folgende Gruppen sind mit der Bitte um die Zuweisung eines Raumes an den AStA herangetreten:
* Der Primarstufen-Studiengangs-Rat (PrimaStuRa), der sich in diesem Herbst aufgrund der Bildung der Fachschaft Primarstufe konstituiert hat. Die Gründung der neuen Fachschaft war sinnvoll, da die Studierenden des Studiengangs "Lehramt für die Primarstufe" in der Fachschaft 1(2)-4 bisher nur ein untergeordnete Rolle spielten, es sich aber gleichwohl um eine große und aktive Gruppe handelt. Mit einer kontinuierlichen Arbeit ist insofern zu rechnen, als mit der Arbeitsgruppe Primarstufe im FSR 1(2)-4 und dem Primarstufenstammtisch zwei kontinuierlich arbeitende Gruppen im neuen Fachschaftsrat aufgegangen sind und die Studentinnen und Studenten bei der ersten Fachschaftsvollversammlung ein lebhaftes Interesse an der Fachschaftsarbeit unter Beweis gestellt haben. In Anbetracht der zentralen Bedeutung der Fachschaftsarbeit für die StudentInnenschaft scheint es uns erforderlich, die Raumfrage für den PrimaStuRa möglichst bald, in jedem Falle aber noch vor dem Umzug des Fachbereichs Physik an den Fischbacher Berg, zu lösen. Wir regen daher die Zuweisung des Arbeitsamt-Raumes AR-H 111 an, sobald dieser frei wird.
* Das Autonome Schwulenreferat der StudentInnenschaft. Dieses Autonome Referat behilft sich seit mehreren Jahren mit dem StuPa-Raum. Dies ist ausgesprochen ungünstig, da dort keine eigene Einrichtung erfolgen kann und der Raum aufgrund verschiedenster Sitzungen und Veranstaltungen oft nicht zur Verfügung steht.
* Das Projekt Archiv der StudentInnenschaft. Diese Gruppe arbeitet seit knapp zwei Jahren mit ständig fünf bis zehn Personen in den AStA-Räumen. Solange der AStA im Jahr 1993 praktisch nicht bestand, ergab sich hieraus kein Problem, sondern die Doppelnutzung des Büros wirkte sich nur günstig auf die Öffnungszeiten aus. Nachdem sich die AStA-Arbeit normalisiert hat, ist das Büro nun deutlich überlastet. Inzwischen beginnt sich auch der wachsende Aktenbestand des Projekt Archiv nachteilig auszuwirken.
* Das Referat Feministische Politik. Diese Gruppe benutzt seit ihrer Gründung den Raum des Autonomen Frauen- und Lesbenreferats mit, was schon verschiedentlich zu Konflikten geführt hat.
* Die Afrikanische StudentInnen Union. Diese Gruppe sucht einen Raum, da sie ihre Aktivitäten an der Gesamthochschule verstärken möchte und sich insbesondere als Ansprechpartner für Studentinnen und Studenten, z. B. bei speziellen Problemen im Studium, versteht.
* Daneben nutzen das Autonome Referat "Filmclub Panoptikum" und die AntiFa-Arbeitsgemeinschaft einen gemeinsamen Raum. Allerdings ist nach Auskunft dieser beiden Gruppen eine Zuweisung weniger vordringlich als in den anderen aufgezählten Fällen.
Wir möchten Sie bitten, den dargelegten Raumbedarf in die Gesamtplanung einzubringen. Vielleicht kann auf diese Weise erreicht werden, daß das StudentInnenhaus wieder für die ursprünglich vorgesehenen Zwecke genutzt wird.
Für weitere Informationen oder für die Vermittlung direkter Kontakte zu den betreffenden Gruppen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Ingo