Sommerloch

Uni-Bote, 13.Ausgabe, 28.7.94

Nach der erfolgreichen Umbildung des Redaktionskollektivs, liegt nun dessen erste Arbeit vor Euch, sofern Ihr in Siegen weilt. Trotz massiver Intervention reaktionärer Kräfte, soll heißen Sonne, 35° C etc., ist es uns gelungen diese Ausgabe fertigzustellen. Jedoch, den Umständen gemäß, werden wir Euch diesmal nicht mit allzu theoretischen Texten behelligen. Leider hat sich auch der RCDS dem Primat des Klimas unterworfen und nicht einen Satz zu schriftlicher Veröffentlichungsreife gebracht. Der Teil "Recht(s)schreibung und ihre Folgen" entfällt damit leider. Es gibt also nur eine hoffentlich kurzweilige Sammlung dessen was hier an der GH Siegen los ist, wenn die meisten von Euch geflohen sind. Damit ergibt sich die einzigartige Chance, den UNI-BOTEN auch mal mit ins Freibad zu nehmen und nach gefälliger Lektüre zweckzuentfremden z.B. als Sonnenhut oder Zeitungs-Badeente (origami for runaways).

Mit Beginn des Wintersemesters werden wir wieder zu sachlich-inhaltlichen, theoretisch-wohlfundierten Artikeln übergehen. Apropos Ente: Die erwartete Flut von LeserInnen-, Droh-, Lobes- und sonstigen Briefen blieb aus! Wart Ihr alle schon weg? Lest Ihr nicht, was wir im Schweiße unserer Antlitze verfassen? Oder was, oder wie? In der Hoffnung, daß das diesmal anders läuft,

Eure Lieblings DLL

Sommerfeste

Eigentlich sollte es ja schon in die letzte Ausgabe, allein, der Platz reichte nicht. Aber als an einem freundlichen Juli-Nachmittag eine uni-eigene Baukolonne mit schwerem Gerät der Stahlbetonwand vor der Bibliothek zu Leibe rückte, da fiel es uns wieder ein. Auch auf dem nunmehr dritten Sommerfest der Gesamthochschule zu Siegen wurde eine bereits auf dem ersten Fest begonnene Tradition fortgesetzt: spät nachts riß eine größere Anzahl leicht angetrunkener Menschen durch bloße Masse die Fahrrad-Anschließ-Stange von besagter Wand. Auch der Versuch des Baudezernats, durch den Einsatz tieferer Löcher, größerer Dübel und dickerer Schrauben, dem zu erwartenden Desaster Einhalt zu gebieten, scheiterte kläglich. Am Morgen nach der Fete lag das immerhin beachtliche Stahlrohr kläglich verbogen auf der Erde. Eigene Erkundigungen beim FB Bauingenieurwesen führten zu interessanten, aber wenig praktikablen Vorschlägen ("...da bohren wir halt ein Loch durch den Berg und nehmen drüben ein paar große Unterlegscheiben..."). So verbleiben wir leicht belustigt bis zum nächsten Sommerfest.

Sommerrätsel

Vor einigen Tagen erreichte den AStA der GH eine Urlaubs-Ansichtskarte einer/s ReferentIn, der/die ihren wohlverdienten Urlaub auf der Kolchose genießt. Das Motiv dieser Karte diente uns als Anregung zum ersten UNI-BOTEN-Sommer-Preisrätsel: Wer hat uns diese Karte ("Heinebach im Fuldatal") geschickt? (Alternativ: Welche Namen tragen die merkwürdigen Gebilde auf der Karte?). Aus aktuellem Anlaß gibt es ein Paar rote Socken zu gewinnen. Wer die Antwort weiß, möge sie bitte schriftlich im AStA der GH Siegen abgeben, Kennwort Preisrätsel. Schuhgröße nicht vergessen! Mitglieder des AStA, der DLL und ihrer Schwesterorganisationen dürfen gerne mitmachen. Zum Schluß noch ein kleiner Tip: Der neue Prorektor für Forschung, Lehre und Weiterbildung heißt Förch, oder?

Sommer-Enten

Sommerurlaubs-Einfall

Wegen der Aufstockung der Aufwandsentschädigungen für AStA-ReferentInnen, wie bereits im letzten UNI-BOTEN angekündigt, steht für das kommende Wintersemester die Anhebung des AStA-Beitrags an. Wie eine einfache Dreisatzrechnung zeigt, wird sie folgendermaßen aussehen:

147,50 DM Semesterbeitrag entsprechen 800 DM Aufwandsentschädigung.

Also entsprechen x DM Semesterbeitrag 2000 DM Aufwandsentschädigung.

Weiter gilt : x DM = 147,50 / 800 * 2000 DM

damit also x = 368,75 DM.

Wir bitten alle StudentInnen, bis zum 30. September den fehlenden Betrag an das Studentensekretariat zu überweisen (Belege stempeln lassen!). Die ersten 100 EinzahlerInnen erhalten zum Trost eine original DLL-Ente (mit roten Socken).

Sommer-Semesterticket

Aus Anlaß der bevorstehenden Feierlichkeiten an der GH Siegen zum einhundertsten Jahrestag der Februarrevolution hat die StudentInnenschaft Verhandlungen über eine Erweiterung des Geltungsbereichs des Semestertickets mit den örtlichen Verkehrsbetrieben aufgenommen. Gemäß der Aussage eines führenden VGWS-Vertreters: "Wenn sie es bezahlen, fahren wir sie in goldenen Bussen zum Mond" wurde der im folgenden abgebildete Vorschlag erarbeitet. Der schraffierte Bereich deutet das bisherige Streckennetz an. Damit wird es Siegener StudentInnen erstmals ermöglicht, sich selbst auf die Spuren Lenins zu begeben. Bedauerlicherweise wird sich im Zuge dieser Erweiterung, eine geringfügige Anhebung des ST-Beitrags, über deren genaue Höhe Mitglieder des Arbeitskreises Verkehr noch keine genauen Angaben machen konnten, nicht vermeiden lassen. Die Bahn erklärte sich bereit, nach Möglichkeit plombierte Wagen zur Verfügung zu stellen. Der ADFC gab an, daß die Strecke auch als Fahrradtour äußerst reizvoll sei. Auch hier wird die DLL großzügig den ersten 100 TeilnehmerInnen ihre beliebte Ente überreichen.

Sommerschule

Um der zerebralen Vertrocknung im bereits stattfindenden tropischen Sommer entgegenzuwirken, findet immer noch die Sommerschule im VEB statt (siehe auch Termine). Das Thema lautet Antiimperialismus. Es sind noch fünf Veranstaltungen, jeweils mit Vortrag und anschließender Diskussion vorgesehen. Hier die Beiträge im Einzelnen:

4. Trikont und trikontinentale Befreiungsbewegungen, soziale Hierarchien und Polarisierungen, Mi. 3.8.

5. Imperialismus, Rassismus, Sexismus, Mi. 10.8.

6. (Re)Militarisierung der Politik zwischen den Metropolen und dem Trikont - die Rollen von UNO und NATO, Mi. 17.8.

7. Internationalismus, Antinationalismus, Befreiungsnationalismus, Hoch die internationale Solidarität, Mi. 24.8.

8. Falken-Spezial, Mi. 31.8.

Die Themen der Einzelbeiträge können sich noch kurzfristig ändern. Termin ist jeweils Mittwoch abend um 20.30 Uhr.

Bei den ersten drei Terminen fanden sich ca. 25 TeilnehmerInnen ein, die in lockerer Atmosphäre diskutierten. Unsere Bewertung: Auch für sonst eher Uninteressierte ein guter Einstieg in das Thema Anti-Imperialismus. Zum Weiterlesen empfohlen:

Alle Texte sind im Projekt Archiv an der GH Siegen vorhanden und entleihbar. Anzumerken bleibt noch, daß dieses Thema besonderer Gegenstand der Politik im Wintersemester sein wird.

Winterfeten

Wie sich inzwischen herumgesprochen haben sollte, oder jetzt wird, entsteht bis zum Wintersemester auf der Tanzfläche im Mensafoyer ein Stehcafé mit Kiosk. Dadurch werden Feten im Mensafoyer in Zukunft praktisch unmöglich. Der AStA hat im letzten Rektoratsgespräch auf diesen Umstand hingewiesen. Wie die letzten Sommerfeste gezeigt haben, stellt das Audimax eine Alternative für Großveranstaltungen dar. Der AStA steht in Verhandlungen mit der Hochschulverwaltung diese Alternative auch für studentische Veranstaltungen zugänglich zu machen. Der Rektor hat hierbei seine Unterstützung zugesagt. Möglicherweise könnte bereits die große gemeinsame Erstsemesterparty im Oktober dort steigen! Sollte hierbei, wie auch schon bisher, die Orgelanlage ungefährdet bleiben, wäre ein Hauptargument der Verwaltung entkräftet.

Sommerarbeit

Auch wenn dies hier nicht die AStA-Hauspostille ist, erlauben wir uns folgenden klitzekleinen Hinweis: Auch während der Semesterferien sind AStA-Büro mit Sozialberatung und der AStA-Shop zu den üblichen Öffnungszeiten zugänglich!

Aufruf

Am 5.7. wurden in Gttingen der AStA, ein Buchladen sowie 17 Wohnungen von AntifaschistInnen durchsucht. Die Polizei beschlagnahmte zahlreiche Materialien: u.a. das Antifa-Archiv im ASTA sowie zahlreiche Schriftstücke, Disketten, Computer etc. aus den Wohnungen.

Anlaß der Durchsuchungen war der Vorwurf gegen diverse Personen/Gruppen, eine kriminellen Vereinigung zu bilden (§129) und Mitglieder und UnterstützerInnen einer terroristischen Vereinigung zu sein (§129a). Die Verdächtigungen erwiesen sich als schlichtweg unbegründet.

Die Razzien stehen im Zusammenhang einer gezielten Kampagne des Staates gegen AntifaschistInnen. Während in Magdeburg und Rüdersdorf (Brandenburg) der faschistische Mob - von den Ordnungshütern ungestört bzw. unterstützt - toben konnte, werden in Göttingen diejenigen kriminalisiert, die sich gegen den verstärkten Rechtsterror engagieren.

Die Diffamierungskampagne in Göttingen steht für eine Vielzahl von Repressionen gegen Antifas in den letzten Jahren, mit dem Ziel, durch die Kriminalisierung von Personen/Gruppen die antifaschistische Bewegung in gesellschaftstragende und -nichttragende zu spalten. Damit sollen potentielle MitstreiterInnen im Vorfeld abgeschreckt werden. Diese Ziele dürfen nicht erreicht werden.

Wir fordern: