Wir wollen am 8. Mai die Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft feiern. Dabei gedenken wir der Opfer der NS-Diktatur und der Gefallenen des Befreiungskampfes durch Niederlegen eines Kranzes an den Gräbern der fast 700 ermordeten sowjetischen ZwangsarbeiterInnen in Siegen.
Vor über sechzig Jahren hat mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung eine faschistische Regierung gewählt. Die überwältigende Mehrheit hat den Faschismus mit Ordnungsliebe und disziplinierter Untertänigkeit getragen, oder in Perfektion nach bestem Gewissen unterstützt. Dem organisierten und industriellen Völkermord an JüdInnen, Sinti und Roma, der Ermordung von Behinderten und angeblich Geisteskranken als "unwertes Leben", der Vernichtung von ZwangsarbeiterInnen durch Arbeit, der Liquidierung von KommunistInnen und SystemkritikerInnen, sowie dem imperialistischen Krieg, stellte sich nur vereinzelt Widerstand entgegen.
Deutschland mußte von außen durch die Rote Armee der Sowjetunion und die westlichen Alliierten vom Faschismus befreit werden.
Und fruchtbar ist er noch, der Schoß aus dem dies kroch. (B. Brecht)
Doch um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Die BRD hält all jene ökonomischen und politischen Grundstrukturen bereit, derer sich auch der deutsche Faschismus bedient hat. Noch immer zählen Nationalstolz, Autoritätshörigkeit, Ordnungswahn und Leistungsethos zu den hierzulande bestimmenden Werten.
So sehen wir uns heute folgender Situation gegenüber: Hand in Hand marschieren etablierte reaktionäre Kräfte in Staat und Gesellschaft mit den Brandstiftern und Mördern der Straße auf die "neue Volksgemeinschaft" zu.
Widerstand war und ist möglich.
Wir treffen uns am 8. Mai , 13.00 Uhr am Kornmarkt zu einer kurzen Kundgebung. Anschließend wird ein Demonstrationszug zum Hermelsbacher Friedhof stattfinden.