AStA am Ende

[Flugblatt, herausgegeben von den Fraktionen von DLL, ULE, ULM am 2. November 1992]

Jusos und RCDS wollen Finanz-Chaos nicht beenden

"Auch ich habe zur Zeit keinerlei Überblick über die Finanzsituation dieses AStA." (AStA-Referent und ehemaliger Vorsitzender Tobias Lösch, FBL 1-4, in der Stupa-Sitzung am 2.11.1992)

Auch die Stupa-Mitglieder konnten sich aufgrund des verwirrend gestalteten Quartalsabschlusses auf der gestrigen Sitzung diesen notwendigen Überblick nicht verschaffen. Fest steht jedoch: Mit AStA-Shop und Kopierbetrieb hat der derzeitige AStA bis jetzt mindestens 25.000 DM Verlust erwirtschaftet. Das Stupa befürchtet jedoch, daß sich bis zum Jahresende dieser Verlust noch als deutlich höher erweisen wird. Verschärfend kommt hinzu, daß fast sämtliche Rücklagen der StudentInnenschaft aufgebraucht sind. Eine Aufklärung über diesen Zustand war den Stupa-Mitgliedern dadurch unmöglich, daß die ehemalige Finanzreferentin Kathrin Kappei und deren Vorgänger Heino Hausfeld (beide Juso-HSG) frühzeitig und wortlos die Sitzung verließen. Dies tat auch das Groß der AStA-tragenden Fraktionen. Juso-Fraktionschef und AStA-Mitglied Uwe Denkert zu diesem Vorgang: "Ich bin von meiner Fraktion enttäuscht." In dieser prekären Situation sollte nach den Plänen der AStA-Fraktionen der neue Finanzreferent Guido v. W. gewählt werden. Dieser war jedoch nicht in der Lage, zum vorgelegten Quartalsabschluß qualifiziert Stellung zu nehmen.

Dies veranlaßte die DLL - Deine Lieblings-Liste sowie die Fraktionen von ULE - Unabhängige Liste Elektrotechnik und ULM - Unabhängige Liste Maschinenbau dazu, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Als ehemaligem Finanzbeamten wurde ihm bezeichnenderweise von keiner Stupa-Fraktion die fachliche Kompetenz abgestritten trug er doch bereits einmal maßgeblich zur Sanierung der studentischen Finanzen bei. Trotz erheblicher politischer Vorbehalte versuchte die DLL zur Rettung des Haushalts mit allen Fraktionen eine Lösung der Vernunft herbeizuführen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch an der Verweigerungshaltung der Jusos und an wahltaktischem Kalkül des RCDS. Die Verweigerungshaltung der Juso-HSG als AStA-tragende Fraktion ist nicht weiter verwunderlich. Was jedoch auf unser völliges Unverständnis stößt, ist das Verhalten des RCDS, der durch seinen Auszug die Stupa-Sitzung beschlussunfähig machte. Damit nahm er trotz der desolaten Situation des AStA bewußt einen weiteren Niedergang der studentischen Finanzen in Kauf.

Bereitet diesem Spiel spätestens bei der nächsten Stupa-Sitzung am 11. November ab 20.00 Uhr ein Ende!