Aufruf zur Demonstration anläßlich des 4. Jahrestages des Giftgasmassakers von Halabja und gegen den immer noch andauernden Völkermord in allen Teilen Kurdistans

am Montag, 16. März 1992, um 17.00 Uhr an der Siegerlandhalle

16. März 1988: Das Saddam-Regime verübt auf die Stadt Halabja in Irakisch-Kurdistan einen Giftgasangriff. "Man hörte nur einen leisen Laut und sah dann gelbe Rauchschwaden. Es roch nach Knoblauch. Über unserem Dorf war eine Wolke zu sehen, und als ich vom Feld zurückkam, lagen meine Frau und meine Kinder tot da, wie Wachspuppen."

Halabja heißt:

Bilder des Massakers kamen damals in den Blick der Weltöffentlichkeit die Verantwortlichen hielten sich jedoch geschickt im Hintergrund. Insgesamt zwölf deutsche Firmen waren beteiligt am Bau der Giftgasfabriken in der Nähe der irakischen Stadt Samara. Sie ermöglichten dieses Massaker am kurdischen Volk. Saddam Hussein hätte das Gift nicht ohne fremde Hilfe und ohne seine deutschen Partner herstellen können. Doch die Herren Giftgasanlagen- und Waffenexporteure brauchten und brauchen nicht zu befürchten, daß die BRD-Regierung ihnen das Handwerk legt: Trotz offensichtlicher Beweise zogen sich die Ermittlungsverfahren endlos in die Länge. Andererseits ist die Bundesregierung schnell bei der Sache, wenn es darum geht, Kurden, die für die Freiheit ihres Volkes kämpfen, zu kriminalisieren, sie hier in der BRD strafrechtlich zu verfolgen.

Seit Halabja haben immer wieder Massaker und Angriffe auf das kurdische Volk in allen Teilen Kurdistans stattgefunden, besonders im Irak und in der Türkei. Die Bilder von Völkermord und Massenvertreibung seitens des irakischen Militärs im Zuge des Golfkrieges sind uns allen sicher noch in Erinnerung. Im türkisch besetzten Teil Kurdistans sind die Menschenrechte seit August 1990 offiziell außer Kraft gesetzt, was der besorgniserregenden und katastrophalen Gewaltpolitik der türkischen Regierung auf das kurdische Volk freie Bahn schafft. Seit dem 8. Januar 1992 wird das gesamte Cudi-Gebirge im Nordwesten TürkischKurdistans ständig von Luft- und Landstreitkräften bombardiert. Menschen müssen ihre Dörfer verlassen, Infrastruktur und kulturelle Reichtümer werden zerstört, Wälder verbrannt, ganze Gebiete entvölkert. Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen, legalen Parteien und Gewerkschaften werden verschleppt und nach der Manier des Todesschwadronen in Mittel- und Lateinamerika bestialisch ermordet. Allein in der kurdischen Stadt Nusaybin sind innerhalb eines Monats sechs Menschen ermordet worden. Die Täter wurden bislang nicht ermittelt. Einem Massaker in den kurdischen Kreisstädten Lice und Kurlp fielen am 24. Dezember letzten Jahres 20 Zivilisten zum Opfer. Wir stellen uns solidarisch an die Seite des kurdischen Volkes und unterstützen seinen Kampf um die Selbstbestimmung!

Veranstalter: Arbeitskreis Kurdistan-Solidarität Siegen, DLL - Deine Lieblings-Liste