Auf der heutigen Stupa-Sitzung (am 11.2.92) soll dem autonomen Kulturreferat der Geldhahn zugedreht werden. Nachdem es im letzten Jahr 32.000 DM für den Kulturtopf gegeben hat, sollen die Selbstbewirtschaftungsmittel jetzt auf 30.000 DM reduziert werden. Davon sollen 10.000 DM eingefroren werden (siehe unten). Geld, das die Existenzgrundlage des Kulturreferats ausmacht, soll zur politischen Disziplinierung und Gefügigmachung verwendet werden.
Nach dem Modell der "Koalitionsfraktionen", also der AStA-tragenden Listen, besonders die Juso Hochschulgruppe und die Liberale Hochschulgruppe, würden im Sommer- und im Wintersemester jeweils 10.000 DM ausgezahlt. Nachdem sich das amtierende Kulturreferat bemüht hat, den Schuldenberg der VorgängerInnen zu reduzieren, wird die Finanzschraube so weit angezogen, daß das Referat arbeitsunfähig würde. Nach weit über 10.000 DM Schulden, die das Kulturreferat nach der Finanzwirtschaft von Silke Mattejiet & Co. hinterließ, haben die jetzigen Kultis nur noch 6000 DM Miese.
Würden im Sommersemester wirklich nur 10.000 DM ausgezahlt, blieben also noch 4000 DM übrig für ein Semester. Davon kann man Telefonrechnungen bezahlen und vielleicht ein oder zwei Underdogs machen. Schicht. Die AStA-Koalition zwingt also das Kulturreferat mit ihrem Spielchen dazu, neue Schulden zu machen. Sie erkennt die Sanierungsbemühungen von Tom und dem Rest der Kulturbande nicht an.
Wenn ihr auch in diesem Jahr ein vernünftig arbeitendes, finanziell abgesichertes Kulturreferat haben wollt, kommt heute abend zur Stupa-Sitzung und verhindert den Vorschlag der Pleitegeier. Jeder und jede haben Antrags- und Rederecht!
Das Konto "Autonomes Kulturreferat" soll mit 30 TDM veranschlagt werden. Davon werden 10 TDM entweder mit einem Sperrvermerk versehen, oder auf ein neues Konto "Studentische Kulturarbeit" umgebucht. Die verbleibenden 20 TDM werden in zwei Raten im Sommer- und Wintersemester an das Kulturreferat ausgezahlt. Die gesperrten 10 Riesen sollen nach Gutdünken von Stupa und/oder AStA bewirtschaftet werden. Opportune Veranstaltungen von irgend jemandem würden also davon finanziert.
Das Kulturreferat hat "Bewährung". Macht der Laden nur gewinnbringende Kommerzveranstaltungen und "saniert" sich dadurch und ist das Kulturprogramm genehm (zum Beispiel keine Veranstaltungen wie das Theater Ensslin, keine siffigen Schmuddelveranstaltungen mehr, sauber aufgeräumtes Kulturcafe, etc.), hat er Chancen noch Kohle zu kriegen. Ein anderes Modell sähe vor, einen bestimmten Betrag für den "Bewährungsfall" für das Kulturreferat zu reservieren.