- bisher wurde das Verhältnis lediglich als ein Wahltaktisches betrachtet. Die Praxis in der täglichen politischen Arbeit war niemals von politischen Differenzen gekennzeichnet. Unabhängig davon, wie die ULE nun historisch bewertet wird (also ob sie lediglich als unabhängige Liste oder lediglich als Blockpartei bewertet wird), stellt die Feststellung der Unabhängigkeit der ULE formal eine Spaltung dar, die sich später auch mal in inhaltlichen Fragen auswirken kann. Wir müßten also, wären wir konsequent, uns fragen, ob ULE-Mitglieder als Mitglieder des DLL-Zusammenhangs zu gelten hätten. Solche Fragen sind aber Quatsch, da keine real existierende politischen Differenzen vorhanden sind. (Ich kann das jedenfalls nicht erkennen.) Sollte es mal dazu kommen, daß ein mehrheitliches ULE-Feld sich als Gruppe und nicht als Individuum von den politischen Entscheidungen des DLL-Zusammenhanges distanziert, ist es immer noch früh genug, das Verhältnis DLL - ULE eine neue Grundlage und damit auch eine veränderte Umgangsweise mit ULE Leuten (z. B. dürfen ULE - Leute an allen DLL - Sitzungen teilnehmen, dürfen sie mitentscheiden) zu geben. Versteht ihr? Der Film, den ihr jetzt durchziehen wollt, orientiert sich an politischen Scheinkonstrukten. Ihr drängt dem Zusammenhang eine komplett unnötige und kräftezehrende Diskussion auf. Von diesen haben wir in den letzten Wochen genug gehabt und sie lähmen die Arbeit. 75% Eurer Debatten sind ohnehin schon Neustrukturierungs- und Vergangenheitsbewältigungsdebatten. Kein Zusammenhang verkraftet 873 Selbstverständnisdiskussionen. Es wäre auch kaum effektiv. Mit dieser Debatte schwatzen wir uns Probleme ins Hemd, die nicht existieren. Ich könnte, da ich noch nicht lange in Siegen bin, noch nicht einmal die Leute benennen, die ULE sind. Treffen wir aber solch eine Entscheidung, könnten sich ULE Leute mit Hinweis auf ihre Unabhängigkeit vor inhaltlichen Konfrontationen drücken. Ich verlange aber von Leuten aus unserem Zusammenhang, das sie ihre Probleme mit der Politik der Gruppe zum einen im internen Kreis diskutieren und zum anderen, das sie sich nach außen auch bei Differenzen loyal verhalten, bei prinzipiellen Schwierigkeiten sogar, daß sie den Zusammenhang verlassen. Dieser Sachverhalt würde zugunsten eines formalen Konstruktes verändert. Die Schwierigkeiten eines Großteils der Individuen dieses Zusammenhanges, über Politik aufgrund bestehender Theoriedefizite nicht reden zu wollen und politische Differenzen auf eine Formalschiene zu treiben, lösen leider nicht die Schwierigkeiten.