Die automobile Gesellschaft

schmuddelkind, November '91

Im Schmuddelkind möchten wir in einer losen Folge von Artikeln unterschiedliche Gedanken und Zusammenhänge zu Thema Auto darstellen. Dabei soll es nicht nur um eine individuelle Betrachtungsweise gehen, also warum benutzt man dieses Transportmittel, welche Gefühle und Wünsche werden projiziert und kompensiert, gibt es einen geschlechtsspezifischen Umgang mit dem Auto, eine feministische Verkehrspolitik, was ist Freiheit und wer ist frei bei der freien Fahrt des Autofahrers und wer bleibt auf der Strecke, und welche individuellen Folgen hat die einseitige Ausrichtung auf und die irrationale Bindung an das Auto?

Darüber hinaus soll auch das gesellschaftliche Umfeld dieser autofixierten Verkehrspolitik beleuchtet werden, also auch die Rolle der Automobil- und Mineralölindustrie: in unserer kapitalistischen Gesellschaft, in der Beziehung erste, zweite, dritte Welt und natürlich auch für die Rüstungsproduktion. Spannend ist sicher auch die Frage, warum Alternativen nicht, oder nur schwer durchgesetzt werden können, wer ein Interesse an dieser Durchsetzung hat und wer diese verhindern möchte. Daß es alternative Verkehrssysteme und andere Formen von Mobilität gibt, braucht sicher nicht noch einmal betont werden; Beispiele werden ganz automatisch im Vergleich mit dem Autowahn zur Sprache kommen. Nicht ganz außer Acht lassen sollte man und werden wir nicht, die umweltpolitische Bedeutung des Individualverkehrs; Auswirkungen auf Luft, Klima, Ressourcen zum Beispiel. Dies ist sicher ein weites Feld und ein hoher Anspruch. Wir wollen es trotzdem versuchen.

[Im Original folgen einige Zitate zum Thema.]