Fascho-Skinheads are no fun

BASTA, 1. Ausgabe Winter-Semester 1990/91, Oktober '90

[Aufgrund des Fortgeltens einer einstweiligen Verfügung des Verwaltungsgerichts Arnsberg gegen die Studierendenschaft der Gesamthochschule Siegen aus dem Jahr 1990 ist es uns (bei Androhung eines saftigen Ordnungsgelds) untersagt, den Namen des REP-Kandidaten zu nennen. Das VG Arnsberg sah in der Veröffentlichung dieses Beitrags in der BASTA eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Betroffenen. Bei Gelegenheit scannen wir den Beschluss des Gerichts mal ein.]

Nicht nur an den Hochschulen machen sich erneut alte und neue Faschisten breit, oder besser gesagt, sie getrauen sich zunehmend öffentlich als Rechtsradikale aufzutreten, wovon der Siegener Professor der Wirtschaftswissenschaften (FB 5) [XY] beredtes Zeugnis ablegt, spricht er doch auf Veranstaltungen der NPD und kandidiert höchstselbst für die Republikaner in NRW. Er ist jedoch und mit ihm die Siegener Lehranstalt, kein Einzelfall in der BRD.

Doch nicht nur in den akademischen Eliten macht sich der rechte Ungeist breit. Mit der für Siegen typischen Verspätung um mehrere Jahre und weit weniger subtil, als der akademische Anstand erlaubt, treten die, von den REP's und anderen Organisationen gerne als Ordnungstruppe angeheuerten Fascho-Skinheads in der Stadt auf. Seit dem Frühjahr dieses Jahres häufen sich auffällig Zusammenrottungen von Skins in der Stadt, welche sich vor allem durch brutale Übergriffe auf Passanten hervortun. So wurden im September '90 nach unserem Erkenntnisstand mindestens zwei Menschen ohne ersichtlichen Grund von den Faschos angegriffen und übel zusammengetreten. Der daraufhin notwendige Gang zur Siegener Polizei wird dann, je nachdem wen mensch dort trifft, noch einmal zu einer erniedrigenden Prozedur. Aber was war der ehemalige Berliner REP-Vorsitzende doch gleich von Beruf?

Tja Herr [XY], das hat natürlich überhaupt nichts mit der eigenen faschistischen Politik zu tun, daß auf der Straße umgesetzt wird, was in verrauchten Bierzelten oder im hübschen akademischen Diskurs an rechtem Gedankengut zum Besten gegeben wird.

Somit wird mensch in Zukunft nicht nur die Siegener Fascho-Skin-Scenen genauer beobachten müssen, um adäquat reagieren zu können, auch den Schreibtischtätern wird verstärkt auf die braunen Finger geschaut werden müssen.