BASTA, 1. Ausgabe Winter-Semester 1990/91, Oktober '90.
In ihrer Selbstdarstellung kritisiert die AIDS-Hilfe, daß das Thema AIDS in den Medien nicht mehr existent sei und das[s] darüber der Eindruck vermittelt würde, es gäbe die Probleme nicht mehr.
An dieser Stelle sollte mensch einmal zurückblicken und sich die Hysterie vor Augen halten, die um die HIV-Infektionen gerade mit Hilfe der bürgerlichen Medien geführt wurde. Bewußt wurde die Infektionsgefahr durch HIV dazu benutzt, Angst zu schüren und diese Angst vor Krankheit und Tod zu instrumentalisieren, um reaktionäre Moralvorstellungen wieder im Bewußtsein der Menschen zu verankern und so die Marginalisierung sogenannter `Randgruppen' zu festigen.
Es wurde gezielt ein Klima geschaffen, in dem Rechte offen die Einrichtung von AIDS-Ghettos, die Totalerfassung von HIV-Infizierten und zwangsweise HIV-Tests fordern durften, ohne dafür ein's aufs Maul zu kriegen!
In diesem Zusammenhang dürfte die Forderung nach weiterer Medienhetze wohl passe, dürfte es positiv sein, daß das Thema AIDS nicht mehr künstlich gepusht wird. Die Chance, daß AIDS nun als Krankheit und nicht länger als "globale Problematik" begriffen wird, sollte genutzt werden.
Fazit: Informationsvermittlung über die Krankheit und Schutzmöglichkeiten, statt Bildzeitungsjournaille!