Studentische Finanzen, eine kurze Einführung

BASTA, 1.Ausgabe Sommer-Semester 1990, März '90

"Nun macht doch mal dieses oder jenes, ihr bekommt doch pro Semester 13,- DM von mir, für was bezahle ich die denn?" Nicht zu selten bekommen AStA und StuPa-Mitglieder diesen Satz, gelegentlich mit leichten Variationen, von den lieben MitkommilitonInnen zu hören. Das mensch sich für 13,- DM nicht die ganze Welt kaufen kann, sollte sich auch unter studierenden inzwischen herumgesprochen haben, doch was hat es mit diesen 13,- DM und den studentischen Finanzen wirklich auf sich.

Intention des studentischen Finanzbeitrags zur verfaßten StudentInnenschaft (VS), also die Zahlung der 13,- DM pro Semester, ist die finanzielle Unabhängigkeit der VS von Staat und Hochschule. Diese Unabhängigkeit gewährleistet die optimale Interessenvertretung der Studierenden, da diese nicht in finanzieller Abhängigkeit von Institutionen sind, denen gegenüber sie ihre Interessen zu vertreten haben.

Wie sieht die Verwendung dieser Beträge nun in Siegen aus?

Für das Jahr 1990 (Rechnungsjahr ist das Kalenderjahr) rechnet die StudentInnenschaft der GH Siegen mit Einnahmen aus StudentInnenschaftsbeiträgen in Höhe von 258 000,- DM. Von diesem Betrag fließt 1/3, also 86 000,- Dm direkt an die einzelnen Fachschaften als deren Eigenmittel, aufgeteilt unter den Fachschaften nach deren Kopfstärke. 44 600,- DM erhalten die autonomen Referate, darunter das Kulturreferat mit 33 000,- DM den Löwenanteil. 8 000,- DM sind zu Unterstützung von studentische Initiativen (Rappelkiste/Ökologiearbeit) verplant. In die gesetzlichen Rücklagen fließen 19 000,- DM. Als Aufwandsentschädigung für die AStA-ReferentInnen (deren gibt es derzeit elf) sind 100 200,- DM veranschlagt. Diese Summe erscheint auf den ersten Blick recht groß es gilt aber zu bedenken, daß wer sich für die AStA-Arbeit entscheidet, in dieser Zeit kaum zum studieren kommt. Tja und schon sind 257 000,- DM ausgegeben.

Wie unschwer zu erkennen ist, lassen sich mit den StudentInnenschaftsbeiträgen gerade mal der Grundstock der Arbeit finanzieren. Der Rest der Mittel die gebraucht werden für Telefon, Kopien, Druckkosten, Geräte und Ausrüstung, Rechts- und Reisekosten und was sonst noch so alles anfällt, muß von der StudentInnenschaft selbst erwirtschaftet werden. dies erfolgt über AStA-Shop und den Kopierbetrieb.

Wir hoffen, daß jetzt zumindest die gröbsten Unklarheiten beseitigt sind und daß verstanden wird, daß ohne die 13,- DM Semesterbeitrag keine Bafög- und Sozialberatung, keine Fachschaftsarbeit, keine Erstsemestereinführung und keine Interessensvertretung möglich ist.