Arbeitsprogramm des Allgemeinen Studentinnen- und Studentenausschusses. Vorgelegt zur StuPa-Sitzung am 24.1.90
Am Beginn der 90er Jahre finden wir neue Herausforderungen an unsere Arbeit, die eine Umstrukturierung der AStA-Zusammenhänge nötig machen. Ziel dieser Veränderungen ist zum einen die Optimierung von Informationszusammenhängen, zum anderen dem gestiegenen Arbeitsaufkommen Rechnung zu tragen. Eine inhaltliche Aufteilung der Referate hat sich in der letzten Zeit als sehr ineffizient erwiesen. Wir denken daher, daß die Arbeit der AStA-Referate rein strukturell gegliedert sein sollte. Der AStA setzt sich aus folgenden Referaten zusammen: Kopierer, Shop Finanzen, Soziales Innenkoordination, Gremienkoordination, Öffentlichkeit, Presse/Archiv. Diese Struktur sichert einerseits den Service-Bereich sowie die Bereiche Finanzen und Soziales, andererseits die strukturelle Einbindung aller hochschulpolitisch Aktiven, sowie ausreichenden Informationsfluß von und zur Öffentlichkeit im weitesten Sinne. (...)
Die inhaltlichen Schwerpunkte, in denen der AStA politisch arbeiten soll, stellen sich als Projektbereiche dar. Diese Projektbereiche sind vom gesamten AStA zu bearbeiten, um zu verhindern, daß sich einzelne Themenbereiche von der AStA-Gesamtstruktur loslösen. Sie werden jedoch jeweils von einzelnen Personen betreut. Zur Zeit werden vier Projektbereiche diskutiert:
Tägliches Sichten und Lektüre verschiedener Tageszeitungen und entsprechendes Systematisieren nach wichtigen Themenkomplexen.
Auswertung der Artikel nach unterschiedlichen Betrachtungspunkten, Argumentationsansätzen, Schwerpunktsetzung, Infoselektion etc.
Daran anschließende Archivierung nach systematisierten Themenkomplexen (...) und einem damit verbundenen Aufbau eines für jede/jeden zugänglichen Archivs.
Diese Sammlung wird außer der Tagespresse ebenso ausgewertes Material anderer Hochschulen, kulturell oder politisch tätiger Gruppen und Initiativen aus dem lokalen Umfeld mit einschließen.
Dadurch ist dem AStA ein schnelleres Handeln und Reagieren auf aktuelle Ereignisse möglich, d.h. wir können den Kontakt und Infoaustausch mit anderen Hochschulen wesentlich intensivieren, gemeinsam organisieren und Siegener Hochschulaktivitäten besser weitervermitteln.
Desweiteren kann der AStA damit (wünschenswert: wenn möglich in Zusammenarbeit mit anderen Referaten oder Fachschaften) verstärkt Informationsmaterial den StudentInnen anbieten.
In Zusammenarbeit mit dem Öffentlichkeitsreferat wird die Arbeit der Projektbereiche des AStA, sowie die allgemeine AStA-Arbeit noch stärker in der BASTA und darüber hinaus evtl. über Wandzeitungen und Flugblätter an die StudentInnen vermittelt.
Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Öffentlichkeitsreferat wollen wir den Kontakt zur Lokalpresse intensivieren und diese vermehrt auf Tätigkeiten der StudentInnenschaft hinweisen.
Das Referat umfaßt die Arbeitsbereiche BASTA und Pressebetreuung (...)
Aufgabe dieses Referates ist die Koordination der Organe der studentischen Selbstverwaltung. Daneben liegen Tätigkeitsfelder in den Bereichen Schulung und Information. (...)
Schulung Hier gilt es einige Seminare zu veranstalten, die auf der eine Seite die Einführung in technics darstellen (Einführungsseminar für neugewählte FachschafterInnen/ Seminar " Wie mache ich eine Zeitung") und auf der anderen Seite zu ausgewählten inhaltlichen Themen.
Information Dieser Arbeitsbereich soll in Zusammenarbeit mit der Gremienkoordination mit einem 14-tägig erscheinenden Funktionärsrundbrief abgedeckt werden, in dem Wichtiges und Interessantes ohne großen Layoutaufwand zusammenkopiert und an alle FunktionsträgerInnen verschickt wird.
Dieses Referat hat seine Aufgaben in der Koordination der Hochschulgremien, insbesondere den dort aktiven StudentInnen. Es gilt in diesem Bereich vor allem den Informationsfluß neu zu beleben und danach sicherzustellen, da nur dann die Möglichkeit besteht in den Gremien studentischen Einfluß geltend zu machen.
"Ein originärer Aufgabenbereich studentischer Interessensvertretung ist die kritische Auseinandersetzung mit Wissenschaft. Die besondere Stellung der Wissenschaftskritik liegt in der sozialen Situation begründet.
Soziale Situation bezeichnet hier, daß zwar ein Zugang zu Wissenschaft vorhanden ist, die Einbindung in Berufshierarchien jedoch fehlt. Auf der anderen Seite sind StudentInnen qua Lebensalter und Stellung im Wissenschaftsbetrieb noch sehr stark in andere soziale Systeme eingebunden. Daraus ergibt sich die Möglichkeit zur externen Kritik an Wissenschaft sowie ein erkenntnistheoretisch spezifischer Zugang zu gesellschaftlichen Problemlagen" (J.Habermas, Erkenntnis und Interesse). Aus dieser Verantwortung ergeben sich folgende Arbeitsfelder:
Nachdem in den letzten Jahren diese Diskussion weitgehend am AStA vorbeigelaufen ist, sich das Thema aber durch gesellschaftliche Realität auf der einen Seite und durch die politische Arbeit von Frauenrat und autonomen Frauenreferat etabliert hat, ist es auch für den AStA an der Zeit sich mit diesem Komplex wieder eingehend auseinanderzusetzen. Notwendig erscheinen hier:
Intensivierung und Aufbau eines regelmäßigen Informationsaustauschs und ggf. Zusammenarbeit mit der Frauenbeauftragten und dem autonomen Frauenreferat der GH, sowie Koordinierung frauenspezifischer Themen/Interessen/Probleme, die aus den einzelnen Fachschaften an den AStA herangetragen werden.
Verstärkt Flugblätter, Infomaterial und Artikel in der BASTA etc. über frauenpolitische Arbeitsbereiche den StudentInnen anbieten.
Ansprechpartner sind wir auch dadurch, daß im Arbeitsbereich des Referats Presse und Archiv auch unter frauenpolitischen Gesichtspunkten Presseartikel und Infomaterial systematisiert und archiviert werden. Somit bietet der AStA über aktuelle Frauenpolitik umfangreichen Überblick.
Planung und Durchführung von Veranstaltungen zu den Themen "Feministische Wissenschaftskritik" und "Sexismus an der Hochschule", ggf. in Zusammenarbeit mit autonomem Frauenreferat und der Frauenbeauftragten (Gesprächsforum/Einladung von ReferentInnen/Filmvorführungen etc.).
Wir wollen über die Presseartikel hinaus Material sammeln und zusammenstellen, insbesondere zum Thema "Feministische Wissenschaftskritik" und gerade auch im Vergleich zum zweiten Projektbereich "Wissenschaftskritik (allgemein)" herauszuarbeiten, was genau den frauenspezifischen Ansatzpunkt der Wissenschaftskritik ausmacht.
Ebenfalls im Zusammenwirken mit einem weiteren Projektbereich des AStA-Arbeitsprogramms wollen wir die spezielle Situation Siegener Studentinnen betrachten, unter Gesichtspunkten wie Wohnsituation, Frauenberatungsstellen, Kulturangebot, alleinerziehende Mütter etc.
Die soziale Situation der StudentInnen wird zunehmend schlechter, was sicherlich zu einem erheblichen Teil auf die stetig größer werdenden StudentInnenzahl an der GH-Siegen (und auch sonst überall) zurückzuführen ist. Diese Tatsache macht eine Vertiefung der studentischen Interessensvertretung in Richtung Sozialpolitik unumgänglich. Einerseits ist es notwendig ständig Informationen über Veränderung der sozialen Situation zu sammeln, auszuwerten und weiterzugeben und andererseits auf prekäre Veränderungen mit entsprechend einschneidenden Maßnahmen zu reagieren.
Besonderen Einsatz fordern im Augenblick (und wohl auch in Zukunft) Probleme auf den Gebieten
Die ökologische Krise macht auch vor der Hochschule nicht halt. Im Gegensatz zu anderen gesellschaftlichen Bereichen ergeben sich jedoch Anforderungen in zwei verschiedenen Problemfeldern. (...)