Hochschulsport

BASTA, 2.Ausgabe Sommer-Semester 1989, Mai '89

oder: "Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld"

Wie uns kürzlich zu Ohren bzw. zu Augen kam, liegen im Büro des Hochschulsportreferats Unterschriftenlisten aus. Diese Listen beziehen sich oder besser gesagt "sollten" sich auf die aktuelle Situation, was natürlich die Kohle angeht, im Hochschulsport beziehen. HS Referent Beckmann kam vor ungefähr einem Jahr in den damaligen AStA und wollte, daß dieser den Hochschulsport finanziell trägt. Dies mit der Begründung "wenn das Land NRW kein Geld hat, um den Sport zu finanzieren, dann haben es auf jeden Fall die Studies selbst." Sprich der AStA soll zahlen.

Jetzt ist es aber durchaus so, daß der AStA auch nicht gerade im Geld schwimmt (siehe die billige Einkaufsmöglichkeit im Shop, Unterstützung der Fachschaften mit einem Drittel unseres Etats, Unterstützung des Kulturreferats sowie aller anderen autonomen Referate, Unterstützung des Hochschulfilmclubs, AStA-Feten bzw. Konzert- und Kabbarettveranstaltungen, billiger Kopierdienst und vieles mehr). Also nahmen wir die Sache unter die Lupe und siehe was dabei herauskam: Es wurden keinerlei Gelder, sprich Haushaltsmittel des Landes gekürzt. Und das allertollste ist, daß man (in diesem falle Beckmann) sogar Einrichtungen und Geräte vom sterbenden Studiengang Sport übernehmen konnte. Na also, dachten wir uns, ist ja alles in bester Ordnung. Aber denkste, im gleichen Zeitraum da Beckmann in Siegen herumfährt, um Sportgeräte und Bodybuilding-Maschinen zu kaufen, geht er mit einer Unterschriftenliste an die StudentInnen mit wissentlich falschen Äußerungen. Wir, die den Sport an der Hochschule für sehr wichtig halten, wunderten uns natürlich weiter. Aber nicht genug der Tiefschläge. Der Bund und das Land einigten sich darauf, eine Pseudo- Studentenweltmeisterschaft (Universiade) mit mehreren Millionen DM, unter anderem aus einem Hochschulsporttopf zu finanzieren. Naja, es gibt Studis, die brauchen nicht nur "normale" Weltmeisterschaften und olympische Spiele. Natürlich sehen wir jetzt auch ein, daß jede/jeder für seine sportliche Betätigung an der Hochschule selbst bezahlen sollte, es sei denn, er/sie ist HochleistungssportlerIn. Hinweis: Der AStA ist nur ausführendes Organ des StudentInnenparlaments und somit an dessen Weisungen gebunden. Das heißt, wir haben keine Möglichkeiten den bereits gefaßten Beschluß des Stupa zum Thema Hochschulsport zu umgehen.