Nix AStA-Fete?!

BASTA, 2.Ausgabe Sommer-Semester 1989, Mai '89

Nun hat es sich an der Hochschule ja schon breit herumgesprochen, der AStA veranstaltet im Sommersemester 1989 keine AStA-Fete. Dieser Bruch mit althergebrachter Tradition stößt bei etlichen StudentInnen auf Unverständnis. Wir möchten deshalb hier kurz darlegen, was uns zu diesem Entschluß bewegt hat.

Vorab sei bemerkt, daß auch ohne AStA-Fete im Sommersemester '89 ein nicht unerhebliches Feten- und Kulturprogramm an der Siegener Hochschule läuft, zum Teil auch unter Mitwirkung des AStA. Der AStA hat sich somit keineswegs aus allem herausgezogen, was mit Fete etc. zu tun hat. Nun aber zu unseren Überlegungen:

Ausgangspunkt war, daß wir zum Großteil mit dem bisherigen Verlauf von AStA-Feten unzufrieden sind. Unseres Erachtens sind die Feten zu reinen Konsumveranstaltungen verkommen. Sprich man und frau schüttet Bier in sich hinein und läßt sich nebenbei noch etwas Musik ins Ohr schwappen. Irgendwelche kulturellen oder politischen Ansprüche sind nicht auszumachen.

Als zweites nun bindet die Organisation einer solchen Fete nicht unerhebliche Kräfte, die woanders fehlen. Es darf an dieser Stelle daran erinnert werden, daß die Arbeit im AStA eigentlich neben dem Studium erfolgen sollte (was praktisch zum Teil jedoch sehr schwer möglich ist).

Wir wollen deshalb im Sommersemester 1989 die Zeit nutzen, um uns eine Neukonzeption der AStA-Fete zu überlegen und unseren Kulturbegriff und unsere Ansprüche innerhalb des AStA zu klären. Wir denken, daß damit allen besser gedient ist, als mir einem AStA, der lust- und konzeptionslos eine Fete aus dem Boden stampft.