BASTA, 2.Ausgabe Sommer-Semester 1989, Mai '89
Durch ihre unermüdliche und subtile Werbearbeit ist es der weltweit operierenden High-Tech-Industriegelungen, ihren Fuß nun auch in das Büro des extrem linksradikalen AStA der GH Siegen zu setzen. Die hinterlistige Strategie der kleinen Schritte (erst Bleistift, dann mechanische Schreibmaschine, schließlich elektronische) ging auf. Abhängigkeiten wurden geschaffen, Bedürfnisse geweckt und nun ist es soweit: Der AStA hat einen Computer!
Voller Stolz kann nun das erste automatisch datenverarbeitete Produkt, die CAB (Computer Aided BASTA) präsentiert werden, tintenstrahlgedruckt, blockgesetzt, in strahlendem Glanz. Endlich Schluß mit der eintönigen Tipparbeit an der Schreibmaschine, der Computer schafft willkommene Abwechslung durch den ständig notwendigen Griff zum Handbuch und die mit freudigen Ausrufen begleitete Suche nach diversen Spickzetteln mit wichtigen Bedienertips. Nur schade, daß die 40 Megabyte Festplatte immer noch nicht ihren Maschinengeist (deus ex machina) aufgegeben hat. Generationen von Sozio-, Psycho- und sonstigen -logen entgingen so massig Studienobjekte für Frustrations- und Agressionsanalysen.
Abschied nehmen muß der AStA wohl von der spinnerten Kollektiv-Utopie, denn der Fachmann ist nun wieder gefragt! Welcher Normalsterbliche kennt sich auch aus mit Interface-Connection- Features, Soft- and Hardware-Emulationen, Terminal-Update und print cartridge containern. Das HAmTR (Herrschaftsfreie AStA-Büro mit menschlicher Teilnahme und Rücksicht) wird nun abgelöst durch das HAmTR (Hierarchische Arbeitsatmosphäre durch moderne Technik und Rationalisierung).
Mit Hilfe des Stukturverstärkers Computer gelingt es der Redaktion [sic! Das muss wohl deutlich "Reaktion" heißen...] also doch noch, die Widersprüche der radikalen Systemkritik bloßzulegen und damit die Speerspitze der Bewegung abzustumpfen und den Widerstand zu schwächen.