AStA-Inform Ausgabe 17 Januar 1998
Guten Tach,
da sind wir also alle wieder, hoffentlich gut erholt und reich beschenkt.
Nachdem die übliche Weihnachtsvöllerei und der obligatorische
Neujahrskater gut überstanden sind, wünschen wir Euch und uns
ein erfolgreiches 1998! Übrigens: Der AStA-Shop, das AStA-Büro
und die Sozialberatung sind seit dem 7. Januar wieder zu gewohnten Zeit
geöffnet. Zumindest das bleibt so wie im letzten Jahr. Da die Wahlen
zum StuPa und den Fachschaftsräten ins Haus stehen, sind die Wahlen
auch Schwerpunkt dieser Ausgabe. Da das StuPa den AStA wählt und damit
ihr wißt, mit wem ihr es im Moment (und hoffentlich auch in der Zukunft)
zu tun habt, wenn vom AStA die Rede ist, findet ihr auf der Rückseite
die Portraits der Referentinnen und Referenten. In diesem Sinne Euer AStA
Hurra, wir wählen was
In der Woche vom 26. bis zum 30. Januar 1998 ist es wieder soweit. Die
Studierenden schreiten, hoffentlich zahlreich, zur Urne, um das 26. Studierendenparlament
zu wählen. Gleichzeitig finden auch die Wahlen zu den meisten Fachschaftsräten
statt. Wie jedes Jahr wollen wir euch eine kleine Einführung geben,
was wann und wie passiert.
Was wird gewählt?
Erstens die Fachschaftsräte. Von denen gibt es elf in zwölf Fachbereichen,
weil sich die Fachschaftsräte der Fachschaften 1 bis 4 vor Jahrzehnten
zu einem Fachschaftsrat zusammengeschlossen haben, dafür aber der
Studiengang AES im Fachbereich 2 und der Studiengang Primarstufe eigene
Fachschaftsräte haben. Da sich normalerweise in den Fachschaften Einheitslisten
bilden, ist die Wahl meist eine reine Personalwahl. Es können aber
auch Listen gegeneinander antreten. Das ist in diesem Jahr bei den Fachschaften
6, 11 und 12 der Fall. Zweitens das Studierendenparlament (StuPa). Das
StuPa setzt sich normalerweise aus 25 Mitgliedern zusammen. Zwölf
davon werden aus den Fachbereichen direkt gewählt, der Rest hochschulweit
über Listen. Die Sitzverteilung richtet sich nach dem Verhältnisprinzip.
Durch Überhangs- und Ausgleichsmandate (wenn eine Liste mehr Direktmandate
errungen hat, als ihr nach dem hochschulweiten Ergebnis zustehen) kann
sich die Zahl der Sitze auf bis zu 35 erhöhen.
Wer darf wählen?
Alle, die das WählerInnenverzeichnis aufführt, und das sind alle
Immatrikulierten, nicht jedoch die ZweithörerInnen. Die WählerInnenverzeichnisse
liegen an den Urnenstandorten aus. Nach Vorlage deines Studiausweises (nur
der zählt!) wird dein Name im Verzeichnis gekennzeichnet, du erhältst
deine Stimmzettel und einen Vermerk auf Deinem Studiausweis, damit du nicht
aus Versehen zweimal zur Wahl gehst.
Wann und wo wird gewählt?
Es gibt fünf Urnenstandorte. Die StudentInnen können zwischen
zwei verschiedenen Urnenstandorten wählen. Ausschlaggebend ist der
auf deinem Studiausweis angegebene Wahlfachbereich. Die Standorte im einzelnen
sind:
Gebäude Adolf-Reichwein-Straße
Mensafoyer (Fachbereiche 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8), A-Trakt/ehemaliger Kunsttrakt
(Fachbereiche 2, 3, 4), vor dem blauen Hörsaal (Fachbereiche 2, 5,
11, 12).
Gebäude Hölderlinstraße
Ebene 3, Gebäudeteil D (Fachbereiche 5, 6, 12).
Gebäude Paul-Bonatz-Straße
Foyer, Pförtner (Fachbereiche 9, 10, 11). Die Urnenstandorte sind
in der Wahlwoche von 9.30 h bis 14.30 h geöffnet.
Wie wähle ich?
Nach Vorlage deines Studiausweises erhältst du drei Stimmzettel, zwei
kleine und einen großen. Ein kleiner Zettel ist für die Wahl
zu deinem Fachschaftsrat, der andere kleine Zettel für den/die StuPa-DirektkandidatIn
aus deinem Fachbereich. Auf diesen beiden Wahlzetteln machst du jeweils
ein Kreuz hinter der Person deiner Wahl. Der große Stimmzettel ist
für die hochschulweiten Listen, hier hast du bis zu fünf Stimmen,
die du ganz nach Belieben auf verschiedene Listen und Kandidaten (panaschieren)
oder auf eine Person konzentriert verteilen kannst (kumulieren). Mach'
die Kreuze, wie du möchtest, allerdings nie mehr als fünf, ansonsten
ist der Wahlzettel ungültig. Bei der Auszählung zählen die
Stimmen zunächst für die Listen, dann werden bei der Sitzverteilung
innerhalb der Listen diejenigen zuerst berücksichtigt, die die meisten
Stimmen auf sich vereinigen konnten. Schließlich faltest du die Zettel
und steckst sie in die Urnen, die beiden kleinen in die Urne für Deinen
Fachbereich und den großen in die Urne für die StuPa-Wahl.
Wen kann ich wählen?
Details stehen in aller Regel auf den Wahlzetteln selbst oder auf den Aushängen
an den AStA-Brettern bzw. den für Wahlwerbung vorgesehenen Aushangflächen.
Den Wahlen zum StuPa stellen sich in diesem Jahr die Listen: ABAKUS, DLL
- Deine Lieblingsliste an der Gesamthochschule Siegen, GAU - Grüne
Alternative an der Uni-GH Siegen, LHG - Liberale Hochschulgruppe, LUMBA
- Liste unabhängiger MaschinenbauerInnen, BauingeneurInnen und ArchitektInnen,
RCDS - Ring christlich demokratischer Studenten, UL-AES - Unabhängige
Liste AES, ULEI - Unabhängige Liste Elektrotechnik und Informatik.
Die DirektkandidatInnen sind:
FB 1: Christoph Meibom (DLL), Guido Müller (LHG), FB 2: Thomas Euteneuer
(ABAKUS), Torsten Heller (GAU), Sven Stettner (RCDS), Anja Werner (UL-AES),
FB 3: Sancho Kleine (RCDS), Oliver Passek (GAU), Matthias Pfeiffer (DLL),
FB 4: Stefan Wilsmann (DLL), Gerd Wenning (GAU), FB 5: Thomas Helrodt (LHG),
Torsten Köck (RCDS), Michael Mönnich (DLL), Harald Schroeder
(ABAKUS), Susann Voigt (GAU), FB 6: Andreas Heimel (DLL), Kai Hirschen
(RCDS), Bernd Waibel (ABAKUS), FB 7: Michael Reuber (ABAKUS), Ingo Schwarze
(DLL), FB 8: Michael Werner (DLL), FB 9: Peter "Stutz" Amstutz (LUMBA),
Stephanie Greve ( RCDS), Anreas Keune (ABAKUS), FB 10: Torsten Bartels
(ABAKUS), Volker Chmiel (LUMBA), Thomas Stening (RCDS), FB 11: Karsten
Edelburg (LUMBA), Ralf Englisch (LHG), Falk Hülkenberg (RCDS), Jochen
Kliem (ABAKUS), FB 12: Steffen Chemnitz (ULEI), Hans-Peter Kunz (LHG),
Frank Sperber (GAU), Andreas Stark (ABAKUS)
Wen soll ich wählen?
Da sind wir, zugegebenermaßen, ein bißchen parteiisch. Die
Listen DLL, LUMBA, UL-AES und ULEI tragen nämlich den amtierenden
AStA. Ansonsten verkneifen wir es uns, in einem quasi-amtlichen Organ wie
diesem Wahlwerbung zu machen.
Was kann ich tun?
Für die Besetzung der Wahlurnen werden noch dringend WahlhelferInnen
gesucht. Wenn du nicht kandidieren solltest, bist du selbstverständlich
herzlich eingeladen, ein- oder auch zweimal für zweieinhalb Stunden
eine Urne zu betreuen. Ein Mitglied des Wahlausschusses baut den Wahltisch
morgens auf und abends wieder ab. Jeder Standort ist mit mindestens zwei
Leuten besetzt, und du bekommst eine genaue Einführung, was zu tun
ist. Wenn Du Interesse an einer interessanten und verantwortlichen Tätigkeit
hast, die Dir darüber hinaus die Möglichkeit gibt, nette Menschen
kennenzulernen, melde Dich beim AStA, Wahlausschuß oder Deinem Fachschaftsrat.
Wenn Du für den Fachschaftsrat kandidierst, kannst Du Dich übrigens
für einen Urnenstandort melden, an dem Deine Fachschaft nicht gewählt
wird.
Und dann?
Am Freitag, den 30.1.98 beginnt die Auszählung der Stimmen im StuPa
-Raum unter Aufsicht der interessierten Öffentlichkeit. Das vorläufige
Endergebnis dürfte gegen 22.00 Uhr bekannt werden. Ab 20.00 Uhr findet
im Kulturcafé die traditionelle DLL-Wahlparty statt. Innerhalb von
sieben Tagen nach der Wahl wird das Wahlprotokoll mit dem nunmehr "amtlichen"
Ergebnis ausgehängt. Dann muß noch eine Einspruchsfrist abgewartet
werden, bis das neue StuPa zusammentreten kann. Vermutlich wird in diesem
Semester noch eine konstituierenden Sitzung stattfinden. Wahlen zum AStA
allerdings wird es wohl erst im Sommersemester geben.
Gescheitert
sind die Beratungen um die Novellierung des BAföG. Bund und Länder
konnten sich am 18. Dezember des vergangenen Jahres nicht auf grundlegende
Änderungen verständigen. Kanzler Kohl und CDU-regierte Länder
beharrten auf dem Bayern-Modell, SPD-regierte Länder auf dem fortgeschriebenen
Drei-Körbe-Modell (s. a. AStA-Inform 16). Damit ist eingetreten, was
sich wirklich niemand gewünscht hat: Stagnation in einem Bereich,
der Veränderung dringend benötigen würde. Zur Erinnerung:
Lediglich 15 % aller Studierenden bekommen BAföG. Und vermutlich werden
es nicht mehr werden. Da hilft es dann auch nichts, wenn sich Bund und
Länder zu einer Anpassung der BAföG-Sätze um 2 % und einer
6-%-Erhöhung der Freibeträge durchgerungen haben. In D-Mark sind
das beim Höchstsatz knapp 15. Eines steht allerdings fest: Eine adäquate
Reform des BAföG wird es in diesem Jahrtausend nicht mehr geben.