AStA-Inform Ausgabe 13 16. Oktober
1997
Hallo zusammen,
die Semesterferien haben sich in Wohlgefallen aufgelöst, und für
die einen beginnt nur ein neues kaltes Wintersemester, für die anderen
das ganze Studium. Während die einen gelangweilt den frischen Semesterplan
zusammenbasteln, plagen sich die anderen mit kryptischen Raumnummern und
sonstigen Hochschulphänomenen herum. Diese Ausgabe von AStA-Inform
soll daher auch dazu dienen, den Erstis grundlegende Informationen an die
Hand zu geben. Und hier - brachial und komprimiert - alles was ihr schon
immer wissen wolltet, aber nie zu fragen wagtet:
AStA-Shop
Hier gibt es bannich viele Sachen zu kaufen - und die auch noch billig.
Neben Schreibwaren und Bürobedarf gibt es extravagante Artikel wie
Finnpappe u. ä. Außerdem könnt ihr am multifunktionalen
Shop-Kopierer auch bunte Kopien und Folien ziehen. Daneben bekommt Ihr
im AStA-Shop den Internationalen Sudierendenausweis (ISIC).
Kopierer
Neben dem schon erwähnten Shop-Kopierer stehen auf den Gängen
weitere zehn AStA-Kopierer, davon fünf im Gebäude AR, drei in
der Hölderlinstraße und zwei in der Paul-Bonatz-Straße.
Einige davon sind mit Münzern ausgestattet; für die restlichen
Geräte bekommt ihr die notwendigen Kopierkarten wiederum im AStA-Shop.
Die Kopierer werden täglich gefüllt und regelmäßig
gewartet. Sollte es trotzdem mal ein Problem geben, meldet euch im AStA
- wir helfen. Übrigens: Es wird genossenschaftlich gewirtschaftet,
d. h. wir bieten Schreibwaren und Kopien zu günstigen Preisen an.
Die Gewinne, die erzielt werden, fließen zurück in die Kassen
der Verfaßten Studierendenschaft.
Sozialberatung
Die Sozialberatung des AStAs berät euch in fast allen Lebenslagen.
Beratungen zu BAföG, Mietrecht, Arbeits- und Sozialrecht sind genauso
Gegenstand des Angebots wie Lösungsversuche bei Problemen mit grundsätzlichen
Prüfungsangelegenheiten. Wir wissen natürlich auch nicht alles,
wir kennen aber in den meisten Fällen jemanden, der/die es dann weiß.
AStA-Inform
Das AStA-Inform ist unsere Schülerzeitung. Hier steht alles Wissenswerte
über die Angelegenheiten der Studierendenschaft und der Hochschule
drin. Zur Zeit erscheint AStA-Inform einmal im Monat, künftig alle
zwei Wochen. In Planung ist auch eine Internet-Ausgabe. Eure Fragen beantworten
wir gerne, sofern dies nicht schon auf den ErstsemesterInneneinführungen
passiert ist. Wir sind ein AStA der offenen Tür, also traut euch!
Öffnungszeiten
Euer AStA ist seit Ende September wieder mit den normalen Öffnungszeiten
und dem altbewährten Beratungsangebot im Rennen: AStA-Büro: Mo-Fr
9.00 - 16.30 h, AStA-Shop: Mo-Fr 9.30 - 14.30 h, Sozialberatung: Di-Fr
9.00 - 12.00 h und nach Vereinbarung.
Verstärkung
haben wir bekommen, nachdem zum Ende des Sommersemesters Alexandra Oerter,
Matthias Streif und Christoph Meibom ihre AStA-Tätigkeit beendet haben,
um fortan allen Ernstes andere Dinge zu tun. An dieser Stelle noch mal
herzlichen Dank an die ausgeschiedenen GenossInnen. Zu uns gestoßen
sind Emrah Ermete, Matthias Pfeiffer und Marc Henn - alle zunächst
kommissarisch bis zur Bestätigung durch das StudentInnenparlament.
Damit sind wir wieder vollständig und werden uns mit dem gewohnten
Elan in die Arbeit stürzen.
Hilfe, Ausländer
Die Ausländerhilfe ist die Beratungsstelle des Vereins für soziale
Arbeit und Kultur Südwestfalen e. V. Ziel und Aufgabe des Vereins
ist es, auf die oft ungerechte und teils menschenunwürdige Behandlung
vieler ausländischer MitbürgerInnen hinzuweisen, und da, wo es
notwendig wird, selbst beratend und unterstützend mit den Betroffenen
zusammen für deren und letztlich auch unsere Belange einzutreten.
Dem Zustand, daß insbesondere ausländische Mitmenschen zum Spielball
von Stammtischpolitikern werden, muß Einhalt geboten werden. Oft
zum Bittsteller für Selbstverständlichkeiten degradiert, wird
ausländischen Menschen nicht einmal Klarheit über ihre wenigen
Rechte verschafft. Im komplizierten Asylverfahren ist es nicht möglich,
ohne Rechtsbeistand auszukommen. Flüchtlinge erhalten aber stark gekürzte
Sozialleistungen. Außerdem sind die Kanzleien der auf Herkunftsländer
spezialisierten Rechtsanwälte über das ganze Bundesgebiet verteilt.
Es ent-stehen hohe Telefonkosten, die von der gekürzten Unterstützung
nicht finanziert werden können. Flüchtlinge sind daher dringend
auf Hilfe angewiesen. Auch deshalb wurde vom Verein ein Rechtshilfefonds
(Ausländerhilfe Südwestfalen e. V., Kto.-Nr. 20 282 323, Sparkasse
Siegen BLZ 460 500 01) eingerichtet, durch den 14tägig eine Beratung
durch eine Rechtsanwältin finanziert wird. Die Beratungszeiten der
Ausländerhilfe: dienstags von 10 - 15 Uhr, donnerstags von 14 - 18
Uhr und nach Vereinbarung. Allgemeine Sozialberatung gibt es natürlich
auch im AStA. Die Beratung der Ausländerhilfe ist aber gerade für
ausländische Studierende in Fragen des Aufenthaltstatus u. ä.
interessant. Bei Rückfragen wendet Euch an den AStA.
Der örtliche Volkszorn
konnte sich bei einer Bürgerversammlung am Haardter Berg entladen.
Hauptanliegen bei der Veranstaltung, zu der die SPD eingeladen hatte: wieder
einmal die Verkehrssituation. Zwar profitierten auch die AnwohnerInnen
von Semesterticket und dadurch erhöhter Busfrequenz in Richtung "Bildungshügel",
doch sei mit den rund 120 Busfahrten täglich auch eine starke Abgasbelastung
an der Hölderlinstraße verbunden. Der Lösungsvorschlag
einiger AnwohnerInnen: aus zwei Buslinien (33 und 41) mach drei, nämlich:
· den "blauen Bus", der vom Weidenauer Bahnhof über
die HTS bis zur Dreifachturnhalle oberhalb des AR-Gebäudes fahren
soll ("große Schleife"),
· den "roten Bus", der die "kleine Schleife" von Weidenau
Bhf. über Eichenhang und Glückaufstraße bedient - die Studis
sollen unterhalb des AVZ aussteigen - und
· den "Bürgerbus" oder so ähnlich, der mit etwa 25
Fahrten am Tag das Wohngebiet Haardter Berg bedient, also der alten Linienführung
folgt.
Leider, leider gebe es zwei Sündenböcke, die einen solch pragmatischen
Vorschlag bis dato verhindert hätten - die bösen Verkehrsbetriebe
(VWS) und der ebenso böse AStA, der nur eine Minderheit der Studis
repräsentiere. Ausschließlich am Rande wurden die Konsequenzen
angesprochen: 33.000 Mehrkilometer pro Jahr und der Einsatz eines zusätzlichen
Fahrzeugs. Nicht thematisiert wurde, wer die Kosten dafür tragen soll
und welche Auswirkungen eine Verdreifachung der Linienführung auf
den Taktfahrplan hätte. Wir sind durchaus nicht der Ansicht, daß
alle Studierenden zu faul zum Laufen sind und eine Linienveränderung
aus diesem Grunde ablehnen (das war eine der gängigen Vorstellungen
bei der Versammlung). Solche Vorschläge sollten aber nicht abgekungelt,
sondern mit der Studierendenschaft als Vertragspartnerin der VWS besprochen
werden. Wobei auch die Kosten- und Fahrplanfrage zu klären wäre.
Klar sollte jedenfalls sein: Der Haardter Berg ist nicht nur Wohn-, sondern
auch Hochschulgebiet.
Die studentische Frauenbeauftragte stellt sich vor
Bei uns hat sich in den letzten Monaten einiges geändert! Wir sind
umgezogen und haben gewählt. Amtierende Frauenbeauftragte ist Dipl.-Psych.
Dorothee Rückert, Stellvertreterinnen sind Prof. Dr. Sabine Hering,
Dipl.-Soz. Päd. Andrea Dittmann-Dornauf und die Studentin Anke Linnemann.
Die Amtszeit hat am 1. August 97 begonnen und geht bis zum 31. Juli 99
(Ausnahme; die studentische Frauenbeauftragte wird jeweils nur für
ein Jahr gewählt). Unsere neuen Räume liegen im AR-Gebäude,
Bauteil K, Raumnummer 302 und 302/1 (Sekretariat). Ihr könnt uns unter
der Telefonnummer 0271/740-2227 sowie der Mailadresse: frauenbe@studm.hrz.uni-siegen.de
oder frauenbeauftragte@uni-siegen.d400.de erreichen. Ich, die studentische
Frauenbeauftragte, sehe mich als Ansprechpartnerin, wenn es z. B. Probleme
mit der Vereinbarkeit von Studium und Kinderbetreuung gibt, ihr Diskriminierung
an der Hochschule erfahren habt oder sexuell belästigt wurdet. Falls
ihr einfach nur mal reinschauen wollt, um euch über unsere Arbeit
zu informieren - ihr seid willkommen. Bei uns bekommt ihr auch Informationsmaterial
wie z.B. die Broschüre: "Studieren mit Kind" oder das Faltblatt zum
Thema sexuelle Belästigung. Im WS werde ich einmal wöchentlich
eine Sprechstunde anbieten (Termin gebe ich noch bekannt - Aushang an unseren
Infowänden), natürlich besteht auch die Möglichkeit, telefonisch
einen Termin zu vereinbaren. Am 25. Oktober veranstaltet die Hochschule
einen "Tag der offenen Tür", wo ich am Infostand des Frauenrates euch
gerne mehr über meine Arbeit erzähle. Anregungen von eurer Seite
sind mir jederzeit willkommen. Anke Linnemann
Unverständlich (I)
liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, ist uns, daß ihr kein BAföG
beantragt, obwohl es vielen von euch zustehen würde. Um satte 20 %
sind nämlich die Erstantragszahlen beim BAföG in Siegen zurückgegangen
(im Bundesdurchschnitt nur um knapp 13 %). Und da wir nicht davon ausgehen,
daß ihr alle im Lotto gewonnen habt oder eure Eltern gewaltige Gehaltserhöhungen
bekommen haben, muß der Hund doch irgendwo anders begraben sein.
Seid ihr verunsichert wegen der Diskussion um Volldarlehen und Verzinsung?
Um an dieser Stelle ein verschobenes Weltbild noch mal geradezurücken:
BAföG-Leistungen werden in der Regelstudienzeit weiter zu 50 % als
Darlehen und zu 50 % als Zuschuß gezahlt und nicht verzinst! Außerdem:
Auch wenn Schmitts Gabi von nebenan oder der Sohn von Onkel Fritz kein
BAföG bekommen, heißt das nicht zwangsläufig, daß
du auch nichts bekommst. In den meisten Fällen lohnt es sich, den
Antrag zu stellen. Und wenn dabei nur 200 DM rausspringen, dann sind das
immer noch 4x Kino, 1x Motte und 'ne neue Jeans.
Unverständlich (II)
finden wir auch, daß Autofahrer trotz einer ausgeschilderten "Zone
30" vor der Kindertagesstätte immer noch glauben, sie wären die
Schumis des Haardter Bergs. Abgesehen davon, daß die Polizei Geschwindigkeitskontrollen
durchführt, wollen wir Euch darauf hinweisen, daß die Kids immer
noch die kleinsten und schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen sind. Also,
vor der Kita fein nach Vorschrift fahren, sonst Unfall oder Strafmandat!
Oder ihr werdet mit der Laserpistole erschossen!
Wir
haben den Beat der Neunziger. Und deshalb gibt es auch dieses Jahr wieder
eine AStA-ErstsemesterInnen-Party. Auf zwei Tanzflächen werden Techno
und andere tanzbare Musik von namhaften DJs zum besten gegeben. Das Fest
ist am 17. Okober von 20 - 3 h. Happy Aua von 20 - 21 h, meint: doppelte
Getränke zum einfachen Preis. Außerdem werden euch die Shuttle-Busse
von 23.30 - 2.50 h von der Hochschule über Weidenau nach Siegen, Bürbach
und zu den Wohnheimen in der Engsbachstraße zurückbringen.
Ganz ernst
kann es die SPD mit dem Vorschlag nicht gemeint haben, einen Wettbewerb
über die Benennung des Sparkassenvorplatzes unter Mitwirkung des Plebs
auszuschreiben - ohne daß die MitbürgerInnen wirklich etwas
zu entscheiden hätten. Nachdem verschiedene Namensvorschläge,
u. a. die Benennung in Walter-Krämer-Platz, im Rat der Stadt Siegen
und im Ältestenrat in mehreren Sitzungen keine Mehrheiten fand bzw.
von der SPD abgebügelt wurden, kam selbige Partei auf die bestechende
Idee, einen Wettbewerb auszuschreiben, bei dem jedeR, der/die sich berufen
fühlt, einen Vorschlag zur Platzbenennung machen kann. Wer allerdings
glaubt, daß der Vorschlag, der am häufigsten genannt wird, das
Rennen macht, sieht sich getäuscht. Selbstverständlich entscheidet
eine Kommission (mit SPD-Mehrheit). Vermutlich mit dem Resultat, daß
wir noch ganz lange über eine Platzbenennung diskutieren können.