AStA-Inform Ausgabe 10 Mai 1997
Yo,
die Wonnemonat-Ausgabe des AStA-Inform, frisch aus dem Kopierer. Diesmal
geht's um die Nachschau zur Hochschulrektorenkonferenz in Siegen, einige
Anmerkungen zu Anstand und Moral an der hiesigen Bildungseinrichtung und
AStA-Personalia. Die Terminliste ist etwas länger geworden. Eine neue
Service-Ecke mit so spannenden Dingen wie Öffnungszeiten etc. ist
als feste Rubrik dazugekommen. - Wie immer: Viel Spaß beim Lesen!
BAföG
Um es zum 6412. Mal zu sagen: Immer fein BAföG beantragen. Wenn Ihr
das nicht macht, gibt's hinterher keine verlängerte Förderung!
Und wenn Ihr das nur deshalb nicht macht, weil Ihr vielleicht doch noch
was anderes studieren wollt, so laßt Euch auch hier gesagt sein,
daß Ihr dann trotzdem einen Papierkrieg mit den HüterInnen der
Knete führen müßt. Nicht beantragen hilft Euch rein gar
nichts!
Humboldt ist tot,
so steht es jedenfalls im Waschzettel zur Rede von Bundesfuturist Jürgen
Rüttgers. Bei der Eröffnung der Jahrestagung der Hochschulrektorenkonferenz
am 24. April wurde er von einem eher mageren Studi-Häuflein (vielleicht
so 100 Leute), das sich vor der Siegerlandhalle eingefunden hatte, mit
der Forderung konfrontiert, Bildung für alle zu ermöglichen und
die Finger vom Studiengebührenknopf zu lassen. Die übrige Prominenz
und die Rektoren selbst wurden unter Hinweis auf die soziale Verantwortung
an das klingende Veranstaltungsmotto "Hochschule als Verantwortungsgemeinschaft"
erinnert. Seltsam mutete uns an, daß die Mensa am Folgetag schon
um 12.15 Uhr schließen sollte, um den geladenen Gästen eine
studi- und keimfreie Festtafel auffahren zu können. Das Ziel "Notspeisung
der 11.000" haben wir wegen des auf 120 Liter begrenzten Erbsensuppenvolumens
zwar nicht schaffen können. Dafür war's aber ganz nett im Mensa-Foyer,
voll und laut. 270 Essen konnten wir an hungrige Menschen loswerden; 150
Hochschulrektoren bahnten sich im Entenmarsch einen Weg durch die Menge.
Und Klaus Landfried, designierter HRK-Präsident, konnte Volksnähe
beim Erbsensuppenverspeisen demonstrieren, während seine Kollegen
in der Mensa die Türen hinter sich verrammelten. Menschenleer war
das Foyer jedenfalls nicht, was nicht nur darauf hindeutet, daß das
StudentInnenwerk wenig Anstrengungen unternommen hatte, auf die Mensaschließung
hinzuweisen, sondern womöglich auch darauf, daß die unpolitische
Masse an den Hochschulen doch nicht sooo groß ist. Der später
geäußerte Vorwurf, die Mensa-Aktion sei eher inhaltslos gewesen
(siehe "Knigge I"), sei nur mit der Bemerkung kommentiert, daß wir
die inhaltliche Auseinandersetzung vor der Siegerlandhalle durchaus gesucht
haben - mit einem inhaltlichen Flugblatt und einem ausführlichen Redebeitrag.
Jürgen Rüttgers wollte jedenfalls mit uns nicht reden; den Teilnahmewilligen
wurde der Einlaß in die Siegerlandhalle verwehrt. Die Podiumsdiskussion
"Leitbild einer Verantwortungsgemeinschaft Hochschule" am Freitag nachmittag
haben wir dann mit einem Phrasenzählzettel für ganz, ganz häßliche
Wörter begleitet. Zu gewinnen gab es eine Flasche Rüttgers Club.
Die geht in die fnL, nach Läibzsch. Die glückliche Gewinnerin
ist die Vizerektorin der dortigen Hochschule. Herzlichen Glückwunsch
und viel Vergnügen beim Leeren.
Knigge I
Schämen sollt Ihr Euch, zukünftige Akademiker (die Frauen sind
ausdrücklich außen vor und damit diesmal auch fein raus), und
zwar für uns, den AStA. "Benehmen sich etwa so zukünftige Akademiker?"
fragen sichtlich tief betroffen die Verfasser eines Flugblatts, um die
naheliegende Antwort ("Wer grölt, statt zu diskutieren, wird niemals
ernstgenommen!") sieben Zeilen weiter dem Publikum kundzutun. Anlaß
der öffentlich gezeigten Demut war die Mensafoyer-Aktion der Studierendenschaft
zur Hochschulrektorenkonferenz. Den studentischen ProtestesserInnen nimmt
die "Gruppe von Studenten [sic!] des FB 11" ihre Pfeifkonzerte, Buhrufe,
das Abspielen überlauten Technos und ferner auch unflätig ausgeführte
Würfe mit "Papierkügelchen" (offenbar ein neues Synonym für
Papierflieger) übel. Daß wir schamlos sind, soll uns keine/r
nachsagen. Wir haben deshalb alle identifizierbaren Studis, die sich zu
fraglicher Stunde im Mensa-Foyer rumgedrückt haben, ins Klassenbuch
eingetragen. Und die schämen sich auch gefälligst dafür.
Wieder gut jetzt?
Arbeit
Aus gegebenem Anlaß: Ausländische Studierende mit Aufenthaltsbewilligung
(Studi-Status), erhalten auf Antrag - und der ist unkompliziert - vom zuständigen
Ausländeramt einen Stempel in ihren Paß. Sie benötigen
dann keine besondere Arbeitserlaubnis mehr, wenn sie höchstens 10
Stunden die Woche arbeiten. Fragen beantworten unsere SozialreferentInnen.
Knigge II
Weniger amüsant als das Lehrstück zum Umgang mit den Magnifizenzen
finden wir ein Ereignis, von dem wir Mitte April hörten. Eine gute
Seele aus der Mitte des Mensa-Personals hat uns von einem Angriff auf ihre
Person berichtet. Der/die Verfasser/in eines entsprechenden Schmierzettels,
unheimlich mutig auf dem leergemampften Tablett hinterlassen, möge
sich 1. angesprochen und 2. auch gewarnt fühlen. Wen wir dabei erwischen,
Bedienstete des Studentenwerks oder der Hochschule persönlich anzupöbeln,
möge physische Konsequenzen gewärtigen.
StuPa-Opposition
An unsere Opposition: Wäre schön, wenn Ihr mal ein Lebenszeichen
von Euch geben könntet! Auf der StuPa-Sitzung am 21. April waren RCDS,
LHG, faselei und Grün-Alternativ-Unabhängige nicht in der Lage,
Kassen- und RechnungsprüferInnen zu benennen. Zur Not würden
wir uns zwar auch selbst kontrollieren; vielen Dank für das Vertrauen.
Lieber wäre es uns aber, wenn Ihr uns mal kräftig in die Bücher
seht. Davon habt Ihr im Wahlkampf ja schließlich laut genug rumgetönt.
Walter-Krämer-Platz
Auf der Roten 1.-Mai-Veranstaltung sind über 200 Unterschriften für
eine BürgerInnenanregung zusammengekommen, die die Benennung des Sparkassenvorplatzes
in Walter-Krämer-Platz fordert. Die Unterschriftenlisten liegen weiter
aus - und zwar in AStA-Büro und AStA-Shop. Unterdessen haben wir von
der SPD-Stadtratsfraktion erfahren, daß eine öffentliche Diskussion
nicht erwünscht sei; vielmehr solle die "Angelegenheit" im Ältestenrat
hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. Im Klartext: Die Sozialdemokratie
kneift mal wieder. Am 8. Mai wird es (siehe Terminteil) wieder einen Zug
zum Hermelsbacher Friedhof geben. Wie in jedem Jahr werden wir die sowjetischen
ZwangsarbeiterInnen an ihren Gräbern ehren; außerdem soll am
Grab von Walter und Liesel Krämer ein Kranz niedergelegt werden. -
Nochmal Roter 1. Mai: Etwa 350 Demo-TeilnehmerInnen und rund 600 Menschen
bei Abschlußkundgebung und Kulturprogramm haben sich redlich bemüht,
ihre Hautfarbe per Sonnenbrand dem Tagesmotto anzupassen; die Ergebnisse
sind unterdessen in freier Wildbahn zu beobachten.
Sniff!
Das StuPa hat es geschafft - seit dem 21. April gibt es einen neuen AStA.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den scheidenden ReferentInnen für
ihre Arbeit, und das sind: Bernd "Bembel" Hasenmaier, der sich bis zum
31. März schwerpunktmäßig um den AStA-Shop verdient gemacht
hat. Bernd war mit unserem Ex-Küken Sandra Dienstältester im
letzten AStA. Inge Jakowlew war bis 30. April für die Betreuung von
Innen- bzw. Gremienkoordination und Landes-ASten-Treffen da. Wir werden
es schon vermissen, daß sie viermal pro Jahr ihren Geburtstag zu
feiern pflegt, schließlich gab's immer einen Sekt ausgegeben. Björn
"Lenso" Laser, bis dato für das AStA-Inform und die Funktionstüchtigkeit
der Kopierer zuständig. Björn drücken wir alle Daumen für
seine Magisterarbeit und wünschen ihm eine Karriere als arbeitsloser
Akademiker an den Hals - erstens weiß er sich nicht zu benehmen (siehe
Mensafoyer!), zweitens hätten wir so vielleicht die Option, ihn im
Herbst wieder in den AStA zu kriegen. Für den Nachwuchs ist natürlich
auch gesorgt. Am AStA-Konzept von DLL und Schwesterorganisationen ändert
sich insofern nichts, daß weiterhin grundsätzlich alle für
alles zuständig sind - nix mit Entfremdung! Seit dem 1. April ist
Michaela Klug zur Verstärkung des Sozialreferats im Einsatz, seit
1. Mai Kirsten "KiKi" Schnieders, die sich um die Innen- und Gremienkoordination
kümmern wird, und Marc Neumann, der zwar ein alter Sack ist, trotzdem
aber Presse- und Öffentlichkeitskram machen wird.
Mal wieder: Wahlen
Diesmal zu den zentralen Selbstverwaltungsgremien der Hochschule, nämlich
Senat und Konvent, und Frauenrat. Wahltermine sind der 13. und 14. Mai,
und hier sind die studentischen KandidatInnen: - Frauenrat: Anke Linnemann
(FB 3), Anne Müller (FB 4) und Gabriele Schmidt (FB 2). - Senat: Deine
Lieblings-Liste (DLL) mit Michael Mönnich (FB 5) und Christoph Meibom
(FB 1) im Wahlkreis Gesellschaftswissenschaften sowie Dirk Lipka und Adriane
Vujasinovic (beide FB 7) im Wahlkreis Naturwissenschaften. Liste Die Unabhängigen
(ULEI, LUMBA, UL-AES) mit Matthias Streif und Marc Henn (beide FB 2) für
die Geistes- sowie Jan-Hendrik Laurenz (FB 9) und Steffen Chemnitz (FB
12) für die Ingenieurwissenschaften. - Konvent: Für die DLL kandidieren
Dirk Lipka (FB 7), Björn Laser (FB 3), Sandra Hildebrandt (FB 3),
Christoph Meibom (FB 1), Matthias Pfeiffer (FB 3), Stefan Müller (FB
1), Alexandra Oerter (FB 4), Marc Neumann (FB 1), Markus Grebe (FB 1) und
Holger Kuddel Schulz (FB 6). Die Unabhängigen gehen mit Matthias Streif
(FB 2), Steffen Chemnitz (FB 12), Inge Jakowlew (FB 2), Marc Henn (FB 2),
Bernd Hasenmaier (FB 12), Anja Werner (FB 2) und Michaela Klug (FB 2) ins
Rennen. Der RCDS hat wohl vergessen, seiner Liste einen Namen zu geben.
Dort kandidieren Detlef Breitenbach (FB 5), Sancho Kleine (FB 3), Sven
Hinrichsen (FB 11), Pascal Wagener (FB 1), Stefan Kesting (FB 5) und Andrea
Siebel (FB 5).
Leitbild
Wie schon mehrfach im AStA-Inform berichtet, ist die Hochschule darum bemüht,
sich durch ein Leitbild ihrer Ziele zu vergewissern und so ins nächste
Jahrtausend zu segeln. Um die Ziele und Inhalte ging es dann auch auf der
letzten Senatssitzung. In einer langen und sehr kontroversen Debatte wurden
die studentischen Mitglieder des Senats und einige studentische Gäste
ohne inhaltliche Diskussion mehrfach niedergestimmt. Wir fragen uns aber
nun, ob dieses Verhalten angemessen ist, geht es doch darum, an der Hochschule
einen breiten gruppenübergreifenden Konsens über das Selbstverständnis
der Hochschule zu erzielen. Dieser ist nun mehr denn je gefährdet.
Nächsten Montag geht die Diskussion in die nächste Runde. Wenn
sich am Diskussionsverhalten einiger Senatsmitglieder nichts ändern
wird, behalten es sich die studentischen Senatsmitglieder vor, die ganze
Sache platzen zu lassen. Fortsetzung folgt.
Service-Ecke
[Aus rein historischem Interesse in die Web-Ausgabe aufgenommen, wer Spaß
dran hat, möge das mal mit den aktuellen Angaben vergleichen... DLL-Webmaster]
Öffnungszeiten AStA-Büro: Mo-Fr von 9.00 bis 16.30
Uhr; AStA-Shop: Mo-Fr von 9.30 bis 14.30 Uhr; Sozialberatung:
Di-Fr von 9.00 bis 12.00 Uhr und nach Vereinbarung. Aushangbretter des
AStA: AR-H zwischen Arbeitsamt und FSR 6/7; AR-D neben dem roten Hörsaal;
AVZ im Innenkern, Ebene 3; PB im Foyer. Post an: AStA der Gesamthochschule,
57068 Siegen. Zu Hause sind wir in der Adolf-Reichwein-Str. 2, 57076
Siegen (AR-H 215). Tel. (02 71) 7 45 28 und 7 37 82, Fax 7
39 37. Haustelefon 4600 und 4601. E-Mail haben wir auch schon:
asta@studm.hrz.uni-siegen.de, die Web-Page gibt's demnächst.