AStA-Inform Ausgabe 7 Januar 1997
Neues Jahr, neues Glück
Es ist gewiß ein bißchen spät, noch Sektkorken auf 1997
knallen zu lassen, aber wir wollen es uns trotzdem nicht nehmen lassen,
Euch alles Gute für das seit ein paar Tagen laufende neue Jahr zu
wünschen. Das Semester neigt sich schon wieder dem Ende zu, und dementsprechend
geht es nochmal richtig rund. Neben diversen Klausuren, Referaten, Hausarbeiten,
die man sich nicht mit in die "Ferien" nehmen möchte, stehen in der
letzten Januar-Woche auch noch die jährlichen Wahlen zum StudentInnenparlament
und den meisten Fachschaftsräten ins Haus. Obwohl es in der studentischen
Organisation an unserer Hochschule viele basisdemokratische Elemente gibt,
für die sich der jetzige AStA immer eingesetzt hat, sind diese Wahlen
ein zentrales Ereignis für das, was im nächsten Jahr in Fachschaftsräten,
StuPa und AStA läuft. Für uns als AStA sind die Wahlen zum StudentInnenparlament
natürlich besonders interessant, denn dieses wählt und kontrolliert
den AStA. Deshalb ist diese Ausgabe den Wahlen gewidmet. Damit Ihr mal
wißt, mit wem Ihr es im Moment (und hoffentlich noch eine Weile)
zu tun habt, wenn vom AStA die Rede ist, findet Ihr auf der Rückseite
die Porträts der Referentinnen und Referenten. Euer AStA
Die Wahlen und das liebe Stimmvieh
Die in der Woche vom 27. bis zum 31. 1. stattfindenden Wahlen sind auch
ein Jubiläum. Es handelt sich nämlich unter anderem um die Wahlen
zum 25. StudentInnen-Parlament der Gesamthochschule Siegen. Gleichzeitig
finden Wahlen zu den meisten Fachschaftsräten statt. Nur die Fachschaft
AES hat schon im Dezember gewählt. Das wichtigste zu den FSR- und
StuPa-Wahlen wollen wir nachfolgend kurz zusammenfassen.
Was wird gewählt?
Erstens die Fachschaftsräte. Von denen gibt es elf in den zwölf
Fachbereichen, weil sich die Fachschaftsräte der Fachschaften 1 bis
4 schon vor Jahren zu einem Fachschaftsrat zusammengeschlossen haben, dafür
aber der Studiengang AES im Fachbereich 2 und der Studiengang Primarstufe
eigene Fachschaftsräte bilden. Weil sich normalerweise in den Fachschaften
Einheitslisten bilden, ist die Wahl zu den Fachschaftsräten meist
eine reine Personenwahl. Es können aber auch Listen gegeneinander
antreten. Das ist in diesem Jahr beim FSR 6 und beim FSR 12 der Fall. Zweitens
das StudentInnen-Parlament (StuPa). Das StuPa setzt sich normalerweise
aus 25 Mitgliedern zusammen. 12 davon werden aus den Fachbereichen direkt
gewählt, der Rest hochschulweit über Listen. Die Sitzverteilung
richtet sich nach dem Verhältniswahlprinzip. Durch Überhang-
und Ausgleichmandate (wenn eine Liste mehr Direktmandate errungen hat,
als ihr als Liste nach dem hochschulweiten Ergebnis zustehen) kann sich
die Zahl der Sitze auf bis zu 35 erhöhen. Das jetzige StuPa hat 33
Mitglieder.
Wer darf wählen?
Alle, die das WählerInnenverzeichnis aufführt, und das sind alle
Immatrikulierten, nicht aber ZweithörerInnen. Die WählerInnenverzeichnisse
liegen an den Urnenstandorten aus. Nach Vorlage Deines StudentInnenausweises
(nur der zählt!) wird Dein Name im Verzeichnis gekennzeichnet, Du
erhältst Deine Stimmzettel und einen Vermerk auf Deinem Ausweis, damit
Du nicht aus Versehen zweimal zur Wahl gehst. Wann und wo wird gewählt?
Es gibt vier Urnenstandorte. Die StudentInnen einiger Fachbereiche können
zwischen zwei Urnenstandorten wählen. Ausschlaggebend ist der auf
Deinem Studi-Ausweis angegebene Wahlfachbereich. Die Standorte im einzelnen
sind:
· AR, Mensafoyer (Fachbereiche 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, Fachschaft
Primarstufe)
· AR, vor den Hörsälen (Fachbereiche 2, 5, 11, 12,
Fachschaft Primarstufe)
· AVZ Ebene 3, Gebäudeteil D (Fachbereiche 5, 6, 12, Fachschaft
Primarstufe)
· Foyer PB (Fachbereiche 9, 10, 11)
Die Urnenstandorte sind in der Wahlwoche täglich von 9.30h bis 14.30h
geöffnet.
Wie wähle ich?
Nach Vorlage Deines StudentInnenausweises erhältst Du drei Stimmzettel,
zwei kleine und einen großen. Ein kleiner ist für Deinen Fachschaftsrat,
der andere für den/die StuPa-DirektkandidatIn aus Deiner Fachschaft
und der große ist für die hochschulweiten StuPa-Listen. Auf
den beiden kleinen Zetteln machst Du jeweils ein Kreuz hinter der Person
Deiner Wahl. Für die hochschulweiten Listen hast Du bis zu fünf
Stimmen. Die kannst Du alle einer Person geben, oder Du kannst sie auf
verschiedene KandidatInnen, auch verschiedener Listen, verteilen. Das nennt
man Kumulieren und Panaschieren. Mach die Kreuze, wie Du willst, es dürfen
aber keinesfalls mehr als fünf sein. Die Stimmen zählen bei der
Auszählung zunächst für die Listen, dann werden bei der
Sitzverteilung innerhalb der Listen diejenigen zuerst berücksichtigt,
die die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten. Du faltest die Zettel
und tust sie in die Urnen, die zwei kleinen in die Urne für Deinen
Fachbereich und den großen in eine allgemeine.
Wen kann ich wählen?
Details stehen auf den Wahlzetteln oder auf den Aushängen an den AStA-Brettern.
Den Wahlen zum StudentInnenParlament stellen sich dieses Mal: DLL - Deine
Lieblingsliste, FASELEI - Fachschaftsliste Elektrotechnik und Informatik,
GAU - Grün-Alternative an der Universität, FL - Freche Lippe,
LHG - Liberale Hochschulgruppe, LUMBA - Liste unabhängiger MaschinenbauerInnen,
BauingenieurInnen und ArchitektInnen, RCDS - Ring Christlich-Demokratischer
Studenten, UL-AES - Unabhängige Liste AES, ULEI - Unabhängige
Liste Elektrotechnik und Informatik, UNGÜLTIG - Union nicht genug
überdachten Lächelns trotz innerer Genialität. Die DirektkandidatInnen
sind: FB 1: Falk Al-Omary (LHG), Melanie Laabs (FL), Christoph "Bom" Meibom
(DLL), Sven Stettner (RCDS), FB 2: Thorsten Heller (GAU), Anja Werner (UL-AES)
FB 3: Björn Laser (DLL), Oliver Passek (GAU) FB 4: Susanne Dorndorf
(GAU), Gerd Wenning (GAU), Stefan Wilsmann (DLL) FB 5: Nicole Busse (Faselei),
Torsten Köck (RCDS), Alexandra Ludwig (Ungültig), Michael Mönnich
(DLL), Susann Voigt (GAU), Christian Tschoeltsch (LHG), FB 6: Holger "Kuddel"
Schulz (DLL) FB 7: Dirk Lipka (DLL) FB 8: Burkard v. Lintig (DLL), Jürgen
Schmidt (Ungültig) FB 9: Peter "Stutz" Amstutz (LUMBA) FB 10: Volker
Chmiel (LUMBA), Thomas Reincke (GAU) FB 11: Andreas "Poldi" Baumann (LUMBA),
Carsten Dittmer (Ungültig), Ralf Englisch (LHG), Erdal Eroglu (Faselei),
FB 12: Bernd Hasenmaier (ULEI), Hans Peter Kunz (LHG), Carsten Rißler
(Faselei), Frank Sperber (GAU).
Wen soll ich wählen?
Da sind wir, zugegeben, ein bißchen parteiisch. Die Listen DLL, LUMBA,
UL-AES und ULEI unterstützen nämlich den AStA. Ansonsten werden
wir in einem quasi amtlichen Organ wie diesem natürlich keine Wahlwerbung
machen.
Was kann ich tun?
Für die Besetzung der Wahlurnen werden noch WahlhelferInnen gesucht.
Wenn Du nicht kandidierst, bist Du herzlich eingeladen, ein- oder auch
zweimal für zweieinhalb Stunden eine Urne zu betreuen. Ein Mitglied
des Wahlausschusses baut den Wahltisch morgens auf und nachmittags wieder
ab. Jeder Standort ist mit mindestens zwei Leuten besetzt. Du bekommst
eine genaue Einführung, was Du zu tun hast. Wenn Du Interesse an einer
interessanten, verantwortlichen Tätigkeit hast, die Dir Gelegenheit
gibt, nette Menschen kennenzuernen, melde Dich bei Deinem Fachschaftsrat
oder im AStA. Wenn Du für den Fachschaftsrat kandidierst, kannst Du
Dich übrigens für einen Urnenstandort melden, an dem Deine Fachschaft
nicht wählt.
Und nach den Wahlen?
Am Freitagnachmittag beginnt das Auszählen der Stimmen im StuPa-Raum
(öffentlich). Das vorläufige Endergebnis dürfte zwischen
20h und 22h bekannt werden. Um diese Zeit findet im Kulturcafé auch
die traditionelle DLL-Wahlparty statt. Innerhalb von 7 Tagen nach der Wahl
wird das Wahlprotokoll mit dem "amtlichen" Ergebnis ausgehängt. Dann
muß noch eine Einspruchsfrist abgewartet werden, bis das neue StuPa
zusammentreten kann. Vermutlich wird in diesem Semester noch eine konstituierende
Sitzung stattfinden. Die AStA-Wahlen wird es aber wohl erst im Sommersemester
geben.
Wahlen zum AusländerInnenrat
finden normalerweise parallel zu den StuPa/FSR-Wahlen statt. Ob daß
auch in diesem Jahr so sein wird, stand bei Redaktionsschluß noch
nicht fest. Achtet auf jeden Fall auf Aushänge und/oder geht zur AVV
am Freitag, 24.01., 15h im StuPa-Raum.
CRE-Audit
Im Vorfeld der letzten Senatssitzung am 13. 1. wurde ein vom AStA initiiertes
und von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen getragenes Schreiben an
alle Senatsmitglieder versandt. In diesem Schreiben wurden die Mitglieder
des Senats auf die zurückhaltende Informationspolitik des Rektorats
aufmerksam gemacht. Offensichtlich als Reaktion legte das Rektorat eine
mit der heißen Nadel gestrickte Tischvorlage vor, in der es den Senat
über die Bildung sogenannter Projektgruppen informierte. Prorektor
Walenta merkte unter dem Tagesordnungspunkt "Berichte" kurz an, CRE-Bericht
und die Stellungnahme des Rektorats würden an die Mitglieder des Senats
"demnächst" verteilt. Unter dem Tagesordnungspunkt "Verschiedenes"
ergab sich aber, angeregt von den studentischen Vertretern, eine längere
Diskussion, in deren Verlauf das Rektorat scharf angegangen wurde. Der
Senat fühlte sich - zu Recht - übergangen und einigte sich darauf,
das Thema auf der nächsten Sitzung ausführlich zu diskutieren.
Das Rektorat wurde aufgefordert, CRE-Bericht, seine eigene Stellungnahme
und auch das umfangreiche Diskussionspapier, das der AStA mittlerweile
erstellt hat, möglichst schnell an die Senatsmitglieder zu versenden.
Insgesamt scheint Bewegung in die Diskussion zu kommen. Um die Diskussion
auch in der StudentInnenschaft anzuregen, sind Bericht, Stellungnahme und
Diskussionspapier auch an die Fachschaftsräte und die im StuPa vertretenen
Listen verteilt worden. Außerdem sind die Unterlagen weiterhin für
jede/n Interessierte/n bei uns erhältlich. Rassistische Schmierereien
auf den Toiletten Seit einiger Zeit beschweren sich zahlreiche Kommilitonen
über rassistische Schmierereien an den Toilettenwänden, vor allem
im AR-Gebäude. Unsere Rücksprache mit der Verwaltung ergab, daß
schon seit längerem geplant sei, die Sprüche zu entfernen. Bislang
hat sich aber noch nichts getan. Im Rahmen eines Gesprächs mit dem
Rektor versicherte uns dieser, daß die entsprechende Anweisung an
die Verwaltung weitergeleitet worden und daß wegen rechtsextremer
Werbung schon in einigen Fällen bereits Anzeige erstattet worden sei.
Wir hoffen, daß bald etwas passiert. Abgesehen davon würden
wir uns mit den Analcharakteren von der Faschofront gerne mal persönlich
auseinandersetzen.
Personalia
Zum neuen Jahr ist unser alter Haudegen Klaus "Earl" Mertens aus dem AStA
ausgeschieden. Das letzte noch erhaltene Mitglied des legendären DLL-AStAs
1989/90 kehrt in seinen alten Beruf als Baumschubser zurück. Kommissarisch
wurde dafür Jörg "Präsi" Münker eingesetzt, der bisher
im Fachschaftsrat 1(2)-4 und im Kulturreferat aktiv war.