AStA-Inform Ausgabe 6 Dezember 1996
NOTAUSGABE!!!
Wir wollen nichts beschönigen: Dieses AStA-Inform hat nur die Hälfte
des gewohnten Umfangs. Der Grund dafür ist, daß bewaffnete Kräfte
der Reaktion, durchsetzt mit kriminellen Elementen, einen verbrecherischen
Umsturz versucht haben und uns im AStA-Büro belagern. Außerdem
mußte aufgrund des witterungsbedingten erhöhten Holzbedarfs
für unsere Heizöfen das Papier rationiert werden. Ganz so dramatisch
ist die Lage dann doch nicht. Eigentlich ist es eher banal. Es ist nur
so, daß sich in der angeblich stillen Adventszeit, wo eigentlich
Besinnung, Schokoladensterne und Glühweintrinken angesagt sein sollten,
uns die Arbeit etwas über den Kopf gewachsen ist. Selten haben sich
zum Jahresende die Termine derart gehäuft wie dieses mal: Senat, Kommissionen,
Koordinationsgespräche und ähnliches. Der Haushaltsplan mußte
entworfen und diskutiert werden, damit auf der StuPa-Sitzung am Mittwoch,
dem 18.12., darüber befunden werden kann. Die heranrückenden
Wahlen erfordern auch einiges an Überlegungen. (Schließlich
wollen wir ja für Euch weitermachen.) Auseinandersetzungen mit der
Verwaltung über plötzlich ausgetauschte Schlösser gehören
da fast zum täglichen Geschäft. Jedenfalls war immer alles Mögliche,
und mehr als dieses Flugblatt einfach nicht mehr zu schaffen. Aber genug
davon. Ein paar Sachen wollten wir eben doch noch loswerden, bevor wir
uns in die fünfte Jahreszeit stürzen und uns die Christbaumkugel
geben.
Achterbahn
Gerade als wir dachten, wir hätten mit den Bahnautoritäten halbwegs
geklärt, daß es sich bei Studierenden mit eingeschweißten
Semester-Tickets nicht um einen wohlorganisierten mobilen Fälscherring
handelt, gab es die nächsten Probleme. Eine erkleckliche Anzahl von
Studierenden, die mit der Bahn aus dem Hessischen zur Hochschule wollten,
wurde plötzlich vom Zugpersonal belehrt, die Semestertickets hätten
"ab sofort" auf den Strecken nach Dillenburg keine Gültigkeit mehr.
Gnade vor Recht wolle man an diesem Tag noch ergehen lassen und das berühmte
Auge des Gesetzes jovial zudrücken, aber ab dem nächsten Tag
koste die Beförderung ohne gültigen Fahrausweis satte 60 DM und
davon solle man sich doch lieber ein paar heiße Scheiben kaufen.
Was es nicht alles gibt! Wir waren einigermaßen baff, und um festzustellen,
ob nicht vielleicht unser Erinnerungsvermögen uns trügt, schlugen
wir im Vertrag mit der Deutschen Bahn nach. Da stand doch glatt: "Die DB
AG erkennt dieses Semesterticket [...] in den Zügen des Nahverkehrs
[...] in der 2. Wagenklasse auf folgenden Schienenstrecken an: [...] Betzdorf
- Haiger - Dillenburg. [...] Dillenburg -Siegen." Vertragsende 30. 9. 1997.
Unser Vertragspartner, die Regionalbereichsleitung Nahverkehr der Bahn
in Münster, konnte uns nicht erklären, was da vorgefallen war,
versprach aber Klärung. Nach zwei Tagen kam Entwarnung: Die Bahn hatte
beim Vertragsabschluß mit dem neugegründeten Rhein-Main-Verkehrsverbund
(RMV) schlicht übersehen, daß sie in einem kleinen Randgebiet
anderweitig vertraglich gebunden war, nämlich an uns, und hatte dem
Verbund die Hoheit über den hessischen Nahverkehr übertragen.
Das Semesterticket kam wieder voll zur Geltung und wir um den schon geplanten
AStA-Abenteuertrip mit eingeschweißtem Semesterticket von Siegen
nach Dillenburg zu fahren. In einem klärenden Gespräch zwischen
Bahn und AStA wurden noch mal die wichtigsten Positionen ausgetauscht.
Dabei wurde uns noch einmal die Mär vom massenhaften Semesterticketmißbrauch
aufgetischt, aber imerhin zugesagt, daß wenigstens bis zum Ende dieses
Semesters, also bis zum 31. 3. 1997, eingeschweißte Semestertickets
akzeptiert würden. Danach will die Bahn dem Verbrechen aber tüchtig
den Garaus machen und lieber verwaschene Fetzen entziffern als eine Laminierung
zuzulassen. Dabei ist es der Bahn erstmals gelungen, die Hologrammarken,
die die Tickets fälschungssicher machen, rechtzeitig zu liefern. Wer
hier noch mit rationalen Deutungsmustern weiterkommt, möge sich bei
uns melden.
Kopierpreise
Wahrscheinlich habt Ihr es schon bemerkt: Der AStA hat die Kopierpreise
gesenkt. Ab jetzt kostet
· die 100er nur noch 8 DM statt 9 und
· die 200er nur noch 16 DM statt 18.
Die 50er kostet nach wie vor DM 5,-. Möglich wurde die Senkung durch
den Abschluß der neuen Kopierverträge im Sommer. In hartnäckigen
Verhandlungen konnten wir erheblich günstigere Abschlüsse erreichen.
Eine erhebliche Altlast unseres "pragmatischen" Vorgänger-AStAs konnte
entsorgt werden. Dadurch gelang uns endlich der Anschluß an die allgemeine
Preisentwicklung im Kopiersektor. Ihr sollt schließlich in Eurem
eigenen Laden - und als solcher verstehen wir uns - nicht mehr bezahlen
als anderswo. Daher gibt es auch im AStA-Shop endlich nach Kopienzahl gestaffelte
Preise. Das lohnt sich besonders für größere Kopienmengen.
Ab 200 Stück kostet die A4-Kopie auf weißem oder UWS-Papier
nur noch 7Pf, inklusive aller Sonderfunktionen wie Vergrößern,
Verkleinern, Stapeln, Sortieren, Heften oder Fotomodus.
StuPa-Wahlen
Plakate und Handzettel sind zwar inzwischen schon einige aufgetaucht, aber
man kann es ja nicht oft genug sagen: Vom 27. 1. bis 31. 1. 1997 finden
die Wahlen zum StudentInnenparlament statt. Das StudentInnenparlament ist
das wichtigste ständige zentrale Gremium der StudentInnenschaft. Es
wählt und kontrolliert zum Beispiel den AStA. Versteht sich fast von
selbst, daß wir diese Wahlen besonders ernst nehmen. Aber bevor wir
jetzt anfangen, regierungsamtliche für Werbung für uns, die AStA-tragenden
Gruppierungen DLL, LUMBA, UL-AES und ULEI zu machen, weisen wir doch lieber
darauf hin, daß der FSR 5 dankenswerterweise den kandidierenden Listen
die Möglichkeit gegeben hat, in der nächsten Ausgabe der seiner
Zeitschrift "Fünnef" sich kurz vorzustellen. Kandidaturen können
noch bis zum 6. Januar beim Wahlausschuß (über AStA) abgegeben
werden. Und: Der Wahlausschuß freut sich besonders in der Wahlwoche
über jede Hilfe.
Qualitätskontrolle
Unsere Hochschule erhielt vor einiger Zeit hohen Besuch von einem Auditoren-Team
der Europäischen Rektoren-Konferenz (CRE). Das führte ein "Institutional
Quality Audit" durch und unterhielt sich mit Hochschulangehörigen
aller Art, um herauszufinden, wo es denn im Argen liegt und wo die Stärken
und Entwicklungsmöglichkeiten der Hochschule sind. Vor allem das Rektorat
hatte verständlicherweise großes Interesse an einer Orientierungshilfe
für Veränderungs und Initiativmöglichkeiten der Hochschule
durch eine Außenperspektive. Inzwischen liegt der Abschlußbericht
der Auditoren vor, und das Rektorat hat eine Stellungnahme erarbeitet.
Sowohl Bericht als auch Stellungnahme erfordern unserer Ansicht nach eine
breite Diskussion innerhalb der Hochschule, da sie die zentralen Bezugspunkte
für die mittelfristige Entwicklung der Siegener Hochschule enthalten.
Manches in den Papieren erscheint uns bedenkenswert, vieles bedenklich,
inbesonders, was die Informationspolitik angeht. So sollte in den Fachbereichen
diskutiert werden. Das Papier wurde aber nicht etwa den Fachbereichsräten,
sondern nur den Dekanen zugesandt. Bisher haben nicht einmal die Mitglieder
des Senats die Unterlagen erhalten. Die politische Entscheidung, welche
Problembereiche als wesentlich betrachtet werden, ist unterdessen schon
getroffen. Nähere Informationen und Kopien des Audit Reports und der
Stellungnahme könnt ihr bei uns bekommen.